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Tiefgekühlter Eierstock erfolgreich transplantiert

24.01.2002


Ratten-Ovarien im aufgetautem Zustand nicht voll leistungsfähig aber funktionstüchtig

Wissenschaftlern der McGill University in Montreal www.mcgill.ca ist es gelungen, tiefgekühlte Organe zu transplantieren, ohne ihre Funktion zu zerstören. Das Team um Roger Gosden lagerte Eierstöcke von Ratten in flüssigem Stickstoff, um sie anschließend erfolgreich in genetisch idente Ratten zu verpflanzen, so ein Bericht in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature www.nature.com. Die Forscher hoffen, dass Ärzte in Zukunft Organe bis zum Zeitpunkt der Verpflanzung im Tiefkühlstadium aufbewahren können. Die Transplantation menschlicher Organe ist derzeit nur kurz nach der Entnahme möglich, da eine Tiefkühllagerung das Gewebe bzw. die Blutgefäße schädigen.

Die kanadischen Forscher entnahmen Ratten einen Eierstock samt Gebärmutter und Eileiter. Die Organe wurden im Anschluss an die Stickstoff-Lagerung nach zwölf Stunden implantiert. Obwohl die transplantierten Ovarien im aufgetauten Zustand wenig effizient waren, konnte bei vier der sieben Organempfänger innerhalb der folgenden Wochen ein normaler Ovulationszyklus nachgewiesen werden. Eine Ratte wurde sogar trächtig.

Kommt die Technik eines Tages auch beim Menschen zur Anwendung, wird dies laut Gosden für jene Frauen und Kinder von Bedeutung sein, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen müssen. Es wäre möglich, vor Beginn einer aggressiven Chemotherapie, die eine Sterilisation nach sich zieht, die Organe zu entnehmen, um sie später wieder einzupflanzen. Nun arbeiten die Forscher daran, die Tiefkühltechnik auch für andere Organe zu verbessern. Gelingt dies, könnten alle Organe für Transplantation auf Vorrat gelagert werden. "Organe von Menschen tiefzukühlen ist allerdings auf Grund ihrer Größe schwieriger", erklärte Gosden gegenüber der BBC news.bbc.co.uk. Versuche Nieren in tiefgekühlter Lagerung zu halten waren nicht erfolgreich, da es zur Bildung von zellschädigenden Eiskristallen kam.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.mcgill.ca
http://www.nature.com
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020124004

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