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Mini-Chip gibt Sehbehinderten neue Hoffnung

11.10.2006
Vollständige Marktreife in ein bis zwei Jahren prognostiziert

Laut einer neuen Pilotstudie der Universitäts-Augenklinik Tübingen in Kooperation mit Retina Implant konnten zwei zuvor erblindeten Patienten Netzhaut-Implantate in Chip-Form vor einem Jahr erfolgreich in die menschliche Netzhaut eingepflanzt werden.

Unter der Leitung von Eberhard Zrenner war es den Sehkranken nach der Behandlung wieder möglich Lichtpunkte zu sehen, deren Bewegung zu verfolgen sowie ein aus Lichtpunkten bestehendes Muster zu erkennen. Diese Behandlungstherapie lässt somit Hoffnung für Sehbehinderte aufkommen, deren Fotorezeptoren in Form von Zapfen und Stäbchen durch degenerative Erkrankungen wie Retinitis pigmentosa zerstört oder stark geschädigt wurden.

Voraussichtliche Marktreife ist in zwei bis drei Jahren zum Preis von 25.000 bis 30.000 Euro zu erwarten.

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»Implantat »Netzhaut »Retina

Im Detail übernimmt das Implantat eine Überbrückungsfunktion der ehemals aktiven Zapfen und Stäbchen, wobei die auf die Netzhaut treffenden Lichtstrahlen mittels kleinster Fotosensoren, Verstärkern und Elektroden in elektrische Signale für die in der Netzhaut befindlichen Nervenzellen umgewandelt und somit aufbereitet werden. Über diese elektrischen Nervenimpulse erfolgt dann durch den Sehnerv die Weiterleitung der Sehinformationen zum Gehirn, wo letztlich Seheindrücke verarbeitet und in ihrer Entstehung hergestellt werden.

In seiner Gesamtheit besteht das winzige Implantat aus einem Silizium-Chip mit 1.500 Pixelfeldern, die mit je zwei Photozellen, einer Verstärkerschaltung und einer Stimulationselektrode verbunden sind. Weitere 16 Elektroden dienen im Notfall eines etwaigen Ausfallens der Pixelfelder und bieten über ein Stromkabel die zusätzliche Möglichkeit, eine extern elektrisch herbeigeführte Reizung sicherzustellen. Aktueller Stand der Entwicklung des Retina Implant-Projekts liegt derzeit in der Nervenzellenreizung über die 16 Zusatzelektronen. Alle 1.500 Stimulationselektroden wurden bislang noch nicht vollständig in Betrieb genommen. Zukünftig geplantes, jedoch noch weiterer intensiver Forschungs- und Testphasen bedürfendes Ziel des Projekts soll die Chip-Einpflanzung mit allen aktivierten 1.500 Pixelfeldern sein. Detailreichere Bilder bis zu einer Auflösung von 1.500 Pixeln würden somit möglich.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uak.medizin.uni-tuebingen.de
http://www.eye-chip.com/de

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