Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Wundkeim verursacht weltweit die meisten im Krankenhaus erworbenen Infektionen

09.10.2006
Der Wundkeim Staphylococcus aureus verursacht weltweit die meisten im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Besonders kritisch sind dabei Infektionen durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), für die es nur noch wenige Möglichkeiten der Antibiotikatherapie gibt. In Deutschland kommen MRSA bis zu 20-mal häufiger vor als in den Niederlanden.

MRSA kommen insbesondere in Krankenhäusern vor, werden aber auch in zunehmendem Maße außerhalb von Krankenhäusern nachgewiesen. Das Auftreten von MRSA in Krankenhäusern ist nicht schicksalhaft. MRSA breiten sich vor allem aufgrund von übermäßigem Antibiotikaeinsatz und Kontaktübertragung im Krankenhaus aus. In den Niederlanden zeigt sich deutlich, dass durch ein konsequentes und koordiniertes Vorgehen nach dem Prinzip "search & destroy" und durch kontrollierte Antibiotikagabe MRSA auf einen geringen Restanteil zurückzudrängen ist.

Die MRSA-Sanierung dauert in der Regel zwei Wochen, d.h. dass die Dauer des stationären Aufenthalts oft nicht für eine komplette Sanierung ausreicht. Bei Vorliegen von Risikofaktoren (z.B. chronische Wunden, Katheter) muss zunächst die Grunderkrankung behandelt werden, bevor mit der Sanierung begonnen werden kann. Sanierung und Behandlung der Grunderkrankung sind die Aufgaben der niedergelassenen Ärzte im "MRSA-Kreislauf". Ohne die konsequente Fortführung der Sanierung auch nach Krankenhausentlassung wird der Patient MRSA-positiv bleiben und kann beim nächsten Krankenhausaufenthalt erneut MRSA übertragen.

Die einzige Methode, um MRSA in den Griff zu bekommen, ist ein alle Teilnehmer an der Patientenversorgung einbeziehendes Konzept. Aus diesem Grund wurde das grenzüberschreitende Netzwerk "EUREGIO MRSA-net Twente/Münsterland" ins Leben gerufen. Das Projekt wird auf deutscher Seite koordiniert durch das Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster und das Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (lögd), auf niederländischer Seite durch das Laboratorium für Mikrobiologie und die Universität Twente in Enschede.

... mehr zu:
»MRSA »Staphylococcus »Wundkeim

Kooperationspartner sind u.a. die Kassenärztliche Vereinigung und die Ärztekammer Westfalen-Lippe, die in Zusammenarbeit mit dem Projekt im Oktober und November eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen zum Thema MRSA für niedergelassene Ärzte anbieten (s. beigefügtes Programm). Thema wird neben fachlichen Aspekten auch die Frage der Abrechnung von Sanierungsbehandlungen und Laborleistungen bei Screening auf MRSA sein. Damit diese nicht gegen den Wirtschaftlichkeitsbonus der Praxis laufen, ist für den Projektzeitraum für die Projektkreise von der KV eine neue Symbolziffer "gruen" eingerichtet worden.

Kontakt: Akademie für Ärztliche Fortbildung der ÄKWL: 0251-929-2210 oder über den MRSA-net Helpdesk 0251-83-52317.

Mirko Kösterke | idw
Weitere Informationen:
http://www.loegd.nrw.de
http://www.mrsa-net.org
http://www.loegd.nrw.de/aktuelles/veranstaltungen/weitere_infos/09102006_einladung_mrsa.pdf

Weitere Berichte zu: MRSA Staphylococcus Wundkeim

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik