Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Indischer Flohsamen als zweifaches Plus für die Gesundheit

22.01.2002


DIET: Der Psyllium-Lieferant sorgt für eine gleichmäßige und zuverlässige Verdauung und einen gesunden Cholesterinspiegel

Bad Aachen (ots) - Als Psyllium bezeichnen Ernährungsmediziner den Ballaststoff von indischen Flohsamenschalen, auch Plantago ovata Samenschalen genannt. Plantago ovata sind überwiegend in Indien und Pakistan beheimatete Pflanzen. Die Samenschalen dieser einjährigen, niedrig wachsenden Wegerichsgewächse bestehen zu 85 Prozent aus wasserlöslichen Ballaststoffen. Die ernährungsphysiologischen Eigenschaften dieser wasserlöslichen Ballaststoffe umfassen im wesentlichen zwei unterschiedliche Bereiche: Sie helfen einem trägen Darm zu einer regelmäßigen und funktionierenden Verdauung und sie haben die Fähigkeit, durch Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs der Gallensäure den Cholesteringehalt im Blutserum zu senken, erläutert heute Birgit Junghans, Diplom Oecotrophologin des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen. Verstopfung und erhöhte Blutfettwerte betreffen einen Großteil der deutschen Bevölkerung. Den Wunsch nach einer täglichen Stuhlentleerung versuchen viele Menschen, die an Verstopfung zu leiden glauben, durch den Gebrauch von Abführmitteln zu erfüllen. Ein hoher Cholesterinspiegel stellt zunächst keine körperlich wahrnehmbare Einschränkung und Belastung dar, nur eine Blutuntersuchung gibt Auskunft über eventuell erhöhte Blutfettwerte. Ein hoher Cholesterinspiegel bleibt daher häufig unbehandelt, in Fällen deutlicher Erhöhung verschreiben Mediziner Statine, die wirkungsvoll, aber häufig auch schlecht verträglich und - wie der jüngste Skandal um das Medikament Lipobay zeigte - mit Nebenwirkungen belastet sind. Eine wirksame Alternative stellen Plantago ovata Samenschalen dar.

Aus dem Ernährungsbericht 2000 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. geht hervor, dass die Ballaststoffaufnahme nicht die der D.A.CH.-Referenzwerte (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung) erreicht. Täglich nehmen Bundesbürger nur etwa zwei Drittel der empfohlenen 30 Gramm Ballaststoffe auf. Dabei übersteigt die absolute Aufnahmemenge der Männer die der Frauen um 2 Gramm. Das wird sicherlich einige Verbraucher verwundern, da subjektiv Frauen als die größeren Obst- und Salatliebhaber gelten, ist aber darauf zurückzuführen, dass Männer insgesamt mehr verzehren und dadurch auch absolut höhere Mengen aufnehmen. Für eine gute Verdauung ist eine gute Füllung des Darms und damit eine Dehnreizung der Darmwand erforderlich, um die Darmperistaltik anzuregen.

Die positive Beeinflussung des Cholesterinspiegels beruht auf der Tatsache, dass wasserlösliche Ballaststoffe im Darm mikrobiologisch zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut werden, die zu einer Absenkung des pH-Wertes im Darm führen. Bei einem erniedrigten pH-Wert gelangen im Darm vorhandene cholesterinhaltige Gallensalze nicht über den Pfortaderkreislauf zurück zur Leber, wo sie erneut zur Bildung von Gallensäuren zur Verfügung stehen, sondern werden ausgeschieden. Zur Bildung von Gallenflüssigkeit greift der Körper auf das Blutcholesterin zur Synthese neuer Gallensalze zurück, folglich sinkt das Serumcholesterin. Indischer Flohsamen oder Plantago ovata Samenschalen bieten eine einfache, zuverlässige und gut verträgliche Quelle, die sowohl das Ballaststoffdefizit als auch einen erhöhten Bluttfettspiegel positiv beeinflussen können. Studien ergaben, dass der Cholesterinspiegel bei einer täglichen Einnahme von 10 bis 15 Gramm, verteilt auf zwei Mahlzeiten, zu einer Reduzierung des Serumcholesterins um 10, in manchen Fällen um 15 Prozent führt. Plantago ovata Samenschalen sind in Apotheken erhältlich.

Plantago ovata als tägliche Ergänzung zur Nahrung hilft, die empfohlene Ballaststoffmenge von 30 Gramm täglich zu erreichen, eine gut funktionierende Verdauung zu erzielen und das Herz durch gesunde Blutfettwerte zu schützen.

Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik informiert Anrufer durch seinen Ernährungsmedizinischen Beratungsdienst per Telefon über die Möglichkeiten der Ballaststoffe und beantwortet individuelle Fragen. Der Beratungsdienst ist werktags in der Zeit von 9.00 bis 12.30 unter der Nummer 0241 - 44 50 230 geschalten. Die Anrufer tragen lediglich die Telefongebühren.

Seit Beginn des Jahres können sich Menschen mit erhöhten Blutfettwerten auch beim DIET-Chat jeden Donnerstag zwischen 16.00 und 17.00 Uhr online unter www.diet-aachen.de ernährungsmedizinischen Rat einholen.

| ots
Weitere Informationen:
http://www.diet-aachen.de.

Weitere Berichte zu: Cholesterinspiegel Plantago

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften