Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kardiologen warnen: Herzinfarkt beginnt im Kindesalter - deutsche Kids leben gefährlich

09.10.2006
Die Basis für einen späteren Herzinfarkt wird bereits im Kindesalter gelegt, warnte bei der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie Dr. Richard Eyermann, Kinderkardiologe in München: "In Deutschland ist das Profil von Risikofaktoren bei Kindern und Jugendlichen beunruhigend hoch. Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes, Bewegungsmangel und Rauchen nehmen weiter zu - und damit das Herz-Kreislaufrisiko."

Tatsächlich sammeln hierzulande bereits die Jüngsten Risikofaktoren wie sonst nur Alte für spätere Herzprobleme. "Insgesamt drei Viertel der Kinder ernähren sich zu fettreich, bei einem Drittel liegt der Anteil von Fett an ihrer gesamten Energiezufuhr sogar über 50 Prozent", rechnet Dr. Eyermann vor. In den vergangenen Jahren hat sich der Anteil der schwer übergewichtigen Sechs- bis Zehnjährigen verdoppelt. "In jüngeren Altersklassen sind heute rund zehn Prozent der Kinder übergewichtig, in älteren Altersklassen schon bis zu 18 Prozent, und fünf bis acht Prozent adipös (BMI >30)."

Studien zeigen bei jedem zweiten Kind eine ausgeprägte Herz-Kreislauf-Ausdauer-Schwäche. Eyermann: "In den vergangenen zehn Jahren hat die körperliche Leistungsfähigkeit der Jungen zwischen zehn und 18 Jahren um 20 Prozent abgenommen, bei den Mädchen um 26 Prozent."

"Raucherepidemie" in alten Bundesländern - Acht Millionen sind Passivraucher

... mehr zu:
»Herzinfarkt

Alarmierend ist auch das Rauchverhalten der jungen Deutschen. In den alten Bundesländern ist zwar bei den Zwölf- bis 17-Jährigen der Raucheranteil rückläufig - liegt aber mit 23 Prozent immer noch auf hohem Niveau. In den neuen Bundesländern aber beobachtet Dr. Eyermann einen "epidemiehaften Anstieg": 32 Prozent der männlichen und 35 Prozent der weiblichen Jugendlichen greifen dort regelmäßig zur Zigarette. Mehr als acht Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 wachsen in einem Haushalt mit mindestens einem Raucher auf und sind zum Passivrauchen verurteilt.

Mehr Präventions-Engagement: Bewegte Pause, Ungesundes weg aus der Kantine

"Wir müssen dingend mehr Präventions-Management betreiben, nicht bloß Krankheits-Management", fordert Dr. Eyermann. Besonders gut ließen sich Lebensstil-Faktoren im Schulalltag beeinflussen, ist der Experte überzeugt. Seine konkreten Vorschläge: Ungeeignete Lebensmittel und Getränke sollen aus den Schulkantinen und -automaten verbannt, dafür aber Obst und Wasser angeboten werden. Eine "bewegte Pause" statt des zweiten Frühstücks und mehr modernen Schulsport wie Inline-Skaten oder Beach-Volleyball sollen die Kids ebenso in Bewegung bringen wie eine Reduktion von Aufzügen und Schulbussen.

30. Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, 17. Jahrestagung der Arbeitsgruppen Herzschrittmacher und Arrhythmie; 5. bis 7. Oktober, Nürnberg

Kontakt:
Prof. Dr. Eckart Fleck, Berlin (Pressesprecher der DGK)
Christiane Limberg, Düsseldorf (Pressereferentin der DGK), D-40237 Düsseldorf, Achenbachstr. 43,
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; Fax: 0211 / 600 692 - 67 ; E-Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, Bettschart & Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH; Mobil: 0043-676-6356775; bettschart@bkkommunikation.at

Pressezentrum im CongressCenter Nürnberg: 0911 / 8606-6940

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften