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Schlaganfalltherapie durch embryonale Stammzellen

06.10.2006
Transplantation beim Menschen bleibt Zukunftsmusik

In einer kooperativen Studie zwischen Hirnforschern des Leibniz-Instituts für Neurobiologie Magdeburg (IfN), dem Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg sowie Kooperationspartnern der Universität Gießen gelang ein viel versprechender Ansatz bei der Schlaganfalltherapie. Es zeigte sich, dass aus embryonalen Stammzellen abgeleitete neuronale Vorläuferzellen nach ihrer Transplantation in eine artifiziell Schlaganfall-geschädigte Ratte in den geschädigten Nervenzell-Arealen erfolgreich anwuchsen.

Um diese Entwicklung von embryonalen Stammzellen erreichen zu können, verbunden mit dem Ziel einer Reduktion des Tumorrisikos, mussten diese noch vor ihrer Transplantation vom Team um Marcel Dihné in Hamburg zu neuronalen Vorläuferzellen entwickelt werden. In der Zeit von vier Wochen nach der Transplantation ließen sich neben verschiedenen Nervenzelltypen auch bereits Astrozyten und Oligodendrozyten im Transplantat erfolgreich nachweisen. Zuversichtlich zeigt sich Claudia Bühnemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Projektgruppe Neuropharmakologie des IfN, da einzelne aus neuronalen Vorläuferzellen hervorgegangene Nervenzellen bis zu drei Monate nach der Transplantation überlebten. Zusätzlich dazu konnte im Team von Andreas Scholz der Universität Gießen nachgewiesen werden, dass alle transplantierten Nervenzellen die typischen elektrischen Eigenschaften aufweisen.

Die zukünftig medizinische Anwendung und somit direkte Umsetzung der Forschungsergebnisse mit Stammzellen in der Praxis gibt zwar Hoffnung, Patienten mit Schlaganfall therapeutisch zu behandeln. Dennoch weist der Projektleiter des Magdeburger IfN, Klaus Reyman, im Gespräch mit pressetext darauf hin, dass "keine eindeutig absehbare Tendenz besteht und noch immer Probleme bei der Umsetzung dominieren." Dabei führt er an, dass zwar im Experiment mit Ratten erste Erfolge erzielt wurden, aber längst nicht alle aus neuronalen Vorläuferzellen entstandenen Nervenzellen überlebten. Beim Menschen sieht der Experte die "medizinische Anwendung in den Sternen" und warnt davor, allzu übertriebene Hoffnungen laut werden zu lassen. "Es besteht daher auch keine sicher absehbare Tendenz, da wissenschaftliche Forschungen wohl noch über zehn Jahre andauern können."

Schlaganfälle sind in den westlichen Industrieländern die dritthäufigste Todesursache und häufigster Grund für schwere Behinderungen. Allein in Deutschland sind laut Angaben eines deutschen Online-Schlaganfallportals http://www.schlaganfall-info.de rund 300.000 Menschen betroffen.

Mag. Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ifn-magdeburg.de
http://www.zmnh.uni-hamburg.de
http://www.uni-giessen.de/uni

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