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Abwarten und Teetrinken: Die beste Medizin bei Tennisellbogen

05.10.2006
Australische Wissenschaftler haben in einer Studie gezeigt, dass Physiotherapie oder eine abwartende Herangehensweise effektiver in der Behandlung von Tennisellbogen sind als Kortikosteroid-Injektionen.

Der Tennisellbogen, der sich in Schmerzen an der Außenseite des Ellbogens äußert, entsteht durch eine Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur. Laut Dr. Bill Vicenzino von der School of Health and Rehabilitation Sciences an der University of Queensland wurden im Rahmen der Studie unterschiedliche Behandlungsmethoden an drei verschiedenen Patientengruppen mit Tennisellbogen getestet. In einer der Gruppen wurde eine abwartende Herangehensweise eingesetzt.

Patienten dieser Gruppe wurde versichert, dass die Beschwerden letztendlich nachlassen werden und ermutigt, abzuwarten. Zusätzlich erhielten sie spezielle Anweisungen zur Änderung ihrer täglichen Aktivitäten, um eine Verschlimmerung der Schmerzen zu vermeiden. Patienten einer zweiten Gruppe erhielten eine lokale Kortikosteroid-Injektion und sollten langsam zu ihren üblichen Aktivitäten zurückkehren.

Die letzte Patientengruppe erhielt acht dreißigminütige Physiotherapiebehandlungen über einen Zeitraum von sechs Wochen. Gleichzeitig erhielten diese Patienten eine Schulung für Heimübungen sowie ein Gymnastikband samt Übungsbuch.

Der Fortschritt aller Gruppen wurde nach sechs Wochen und nochmals nach einem Jahr gemessen. Zunächst waren Kortikosteroid-Injektionen die erfolgreichste Behandlung. Achtundsiebzig Prozent der Patienten dieser Gruppe berichteten über eine Besserung ihres Zustandes. Dicht gefolgt wurde diese Behandlung von der Physiotherapie mit einer Erfolgsquote von fünfundsechzig Prozent. In der Patientengruppe, in der eine abwartende Herangehensweise angewendet wurde, lag die Erfolgquote hingegen bei lediglich siebenundzwanzig Prozent.

Nach einem Jahr waren die Besserungen der Injektionsgruppe jedoch deutlich schlechter als bei der Physiotherapiegruppe. Darüber hinaus wurde in der Injektionsgruppe am häufigsten ein erneutes Auftreten der Beschwerden verzeichnet. Bei zweiundsiebzig Prozent der Patienten verschlechterte sich der Zustand nach drei bis sechs Wochen. Dies könnte Dr. Vicenzino zufolge auch auf die anfänglich schnellere Besserung zurückzuführen sein, die zu einem stärkeren Einsatz und einer Überbeanspruchung des Ellbogens führen.

Die Studie zeigte auch, dass die guten langfristigen Auswirkungen der Physiotherapie auch mit einer abwartenden Herangehensweise erreicht werden können. Am Ende der Studie hatte sich bei Patienten dieser beiden Gruppen der Zustand entweder stark gebessert oder sie waren komplett genesen. Die insgesamt schlechten Erfolgsquoten von Kortikosteroid-Injektionen sollten den an der Studie beteiligten Wissenschaftlern zufolge sowohl vom Patienten, als auch dem Arzt bei der Behandlung von Tennisellbogen berücksichtigt werden. "Patienten mit einem Tennisellbogen kann versichert werden, dass sich ihr Zustand in den meisten Fällen langfristig bessert, wenn sie entsprechende Informationen und eine ergonomische Beratung hinsichtlich ihrer Situation erhalten", so Dr. Vicenzino.

Weitere Informationen:
Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
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10117 Berlin
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Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Verwaltungsstelle aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
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