Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovatives Laser-Endomikroskop blickt in alle Darm-Schichten

04.10.2006
Endoskopie am Universitätsklinikum Jena jetzt mit hochmodernem Gerät ausgestattet / Live-Demonstration auf Tagung vom 5.-7. Oktober

Diagnosen von Magen- und Darmerkrankungen könnten zukünftig auch ohne Entnahme von Gewebeproben gestellt werden. Möglich wird dies durch ein innovatives Endoskopie-Gerät, das jetzt auch am Universitätsklinikum Jena (UKJ) eingesetzt wird. Das mit einem eingebauten Mikroskop versehene Laser-Endoskop ist eines von nur neun Geräten weltweit, die derzeit in Kliniken im Einsatz sind. Trotz des integrierten Linsen-Systems des Mikroskops und der Kamera ist das Gerät mit einem Durchmesser von 12,8 Millimetern nicht dicker als gewöhnliche Endoskope.

"Mit diesem Laser-Endomikroskop können wir schon während der Spiegelung mikroskopisch die Schleimhaut im Darm sowie in der Speiseröhre und im Magen beurteilen", erklärt Oberarzt Dr. Carsten Schmidt aus der Abteilung für Gastroenterologie am UKJ die Vorzüge des innovativen Gerätes. "Durch ein spezielles Verfahren können wir ohne Strahlenbelastung oder anderweitige Gefahren für den Patienten die Schichten der Schleimhaut in 1000facher Vergrößerung betrachten und so z. B. Krebsvorstufen frühzeitig erkennen", sagt Schmidt, der speziell am neuen Gerät ausgebildet wurde. Zudem könne der Laser auch in die unteren Schichten der Schleimhaut hineinsehen, "die gesamten 250 Mikrometer der Schleimhaut werden so in einzelnen Schichten sichtbar", so Schmidt. Über 250 Bilder können pro Untersuchung angefertigt werden, zudem kann der Arzt während der Magen- oder Darmspiegelung auf einem Monitor das vergrößerte Bild betrachten und wenn nötig in der gleichen Untersuchung therapeutische Eingriffe über einen zweiten Monitor vornehmen.

Dieses neue Gerät und seine Möglichkeiten sind auch Thema der vom 5. bis zum 7. Oktober stattfindenden Gastroenterologie-Tage am Universitätsklinikum Jena, auf denen die Jenaer Gastroenterologen in Live-Demonstrationen das Laser-Endomikroskop vorstellen werden. "Derzeit wird das Gerät vor allem in der Forschung eingesetzt und in Studien erprobt", erklärt Prof. Dr. Andreas Stallmach, Leiter der Gastroenterologie und der Endoskopie-Abteilung am UKJ. Besonders bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kann es erfolgreich zur Abklärung möglicher Frühformen von Tumoren eingesetzt werden. "Wir können dank des eingebauten Mikroskops durchaus harmlose Polypen von potenziell tumorgefährdeten Neubildungen unterscheiden", sagt Stallmach weiter. "Erste Studien zeigen bereits, dass mit diesem Verfahren mehr Frühformen von Krebs bei Patienten mit Colitis ulcerosa erkannt werden als mit den herkömmlichen Endoskopen." Auch in Jena sollen jetzt weitere Studien zur Aussagekraft und Leistungsfähigkeit des neuen Laser-Endomikroskops folgen.

5. - 7. Oktober 2006
Jenaer Gastroenterologie-Tage
Hörsaal 1, Universitätsklinikum Jena-Lobeda
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Stallmach
Abteilung Gastroenterologie, Endoskopie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 9324221
E-Mail: Andreas.Stallmach[at]med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Berichte zu: Gastroenterologie Laser-Endomikroskop Schleimhaut UKJ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie