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Junge Colatrinker oft hyperaktiv

04.10.2006
Zucker und Koffein lösen mentale Probleme aus

Kinder, die viele Softdrinks trinken, sind oft hyperaktiv oder haben Konzentrationsprobleme. Das hat ein Wissenschaftsteam um Lars Lien der Universität Oslo nun herausgefunden. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, befragten die Forscher über 5.000 Kinder im Alter von 15 und 16 Jahren über ihren täglichen Softdrink-Konsum und ließen sie zudem einen Fragebogen zur Beurteilung ihrer mentalen Gesundheit ausfüllen. Dabei konnten die Forscher einen direkten Zusammenhang zwischen Softdrink-Konsum und Hyperaktivität wahrnehmen und einen komplexeren Zusammenhang mit anderen mentalen und Verhaltensstörungen feststellen. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift American Journal of Public Health veröffentlicht.

Die meisten Probanden gaben an, zwischen einer und sechs Dosen bzw. Flaschen Softdrink pro Woche zu konsumieren. Je mehr Getränke die Jugendliche tranken, umso mehr Symptome der Hyperaktivität hatten sie. Es stellte sich heraus, dass vor allem die Beteiligten, die vier oder mehr Gläser pro Tag zu sich nahmen, oft Hyperaktiv sind. Konkret handelt es sich dabei um zehn Prozent der Jungen und zwei Prozent der Mädchen. Den Wissenschaftlern zufolge sei dies durch die großen Mengen von Zucker und möglicherweise auch durch das Koffein in den Getränken zu erklären. Die Forscher gaben allerdings zu, nicht auf andere potenzielle Quellen von raffiniertem Zucker in der Diät der Kinder geachtet zu haben.

Wie sich erwies, übernahmen sich vor allem diejenige Kinder, die kein Frühstück und Lunch essen, beim Softdrink-Konsum. Laut den Forschern eine ungesunde Gewohnheit, weil sie auf diese Weise zu viele Kalorien in Form von Zucker zu sich nehmen. Die empfohlene Portion Zucker in Norwegen ist zehn Prozent der täglichen Menge Kalorien, den Forschern zufolge überschreitet mindestens ein Viertel der Jungen diese Quote nur mit dem Softdrink-Konsum. Übrigens scheint es auch nicht vernünftig zu sein, den Kindern gar keine Softdrinks mehr zu geben. Abstinenzler leiden nämlich wieder öfter an mentalen Störungen als Kinder, die ab und zu ein Glas von einem Softdrink trinken, so die Studie.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uio.no/english
http://www.ajph.org

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