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Die Prävention der Arthrose: Eine verpasste Chance?

29.09.2006
Etwa 15 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Gelenkverschleiß (Arthrose). Für die Betroffenen bedeutet dies eine oft sehr schmerzhafte Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit.

Und die Krankenkassen müssen hohe Kosten für Medikamente, Operationen und Gelenkersatz tragen. Dabei könnte viel gegen diese Volkskrankheit getan werden. Viele Gelenke könnten bis ins hohe Alter funktionstüchtig bleiben, wenn einige einfache Regeln der Prävention eingehalten würden und Verletzungen sachgerecht behandelt werden, so die Experten im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin.

Als wichtigster vermeidbarer Risikofaktor gilt die Fettleibigkeit. Je höher das Körpergewicht, desto früher macht sich die Arthrose im Alter bemerkbar. Dies zeigt auch eine Meta-Analyse der Technischen Universität Dresden, die im Rahmen des Kongresses vorgestellt wird. Ein Zusammenhang besteht danach nicht nur für die besonders gewichtsbelasteten Hüft- und Kniegelenke. Auch Finger- und Handgelenke verschleißen bei Übergewichtigen schneller.

"Angesichts der steten Gewichtszunahme der Bevölkerung und der steigenden Lebenserwartung muss deshalb mit einer weiteren Zunahme der Arthrose gerechnet werden", sagt Professor Dr. med. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Uni-Klinik Regensburg. Präventive Maßnahmen sind deshalb dringend notwendig. Hierzu gehören neben der Gewichtsreduktion, die oft nicht gelingt, und dem Rat zu mäßiger sportlicher Betätigung, der meist nicht befolgt wird, auch spezielle Präventionsprogramme für einzelne Gelenke. Professor Grifka lobte hier die von einigen Krankenkassen mitgetragenen "Knieschulen" und "Schulterschulen".

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Eine weitere Ursache für die Arthrose sind Arbeits- aber auch Sport- und Freizeitunfälle. Ihre Zahl nimmt aufgrund der veränderten Lebensgewohnheiten zu. "Allein 90.000 Kreuzbandverletzungen müssen in Deutschland jedes Jahr behandelt werden", berichtet Dr. med. Karl-Heinz Frosch, Unfallchirurg an der Universität Göttingen. Dabei kommt es häufig auch zu Knorpelverletzungen. Von der optimalen Behandlung der Schäden hängt es laut Dr. Frosch ab, ob eine spätere Arthrose vermieden werden kann. Spontanheilungen gebe es bei Erwachsenen nicht. "Wer eine spätere Arthrose vermeiden will, sollte Verletzungen im Bereich der Gelenke unfallchirurgisch oder orthopädisch behandeln lassen" rät Frosch. Sollte ein chirurgischer Eingriff notwendig sein, so ist dies häufig minimal-invasiv und ohne späteren Gipsverband möglich.

TERMINHINWEISE:

Übergewicht und Arthrose: Eine Metaanalyse publizierter Studien
5. Oktober 2006, 9.30 Uhr bis 11.00 Uhr, Saal 10
Eröffnungs-Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie

11.00-12.00UHR, TAGUNGSZENTRUM IM HAUS DER BUNDESPRESSEKONFERENZ, BERLIN, RAUM IV

Themen und Referenten

* Zukunftsperspektiven des neuen Faches "Orthopädie und Unfallchirurgie" in Klinik und Weiterbildung

Professor Jochen Eulert

* Der gemeinsame Facharzt: Bessere Unfallversorgung für die Patienten
Professor Klaus Michael Stürmer
* Weißbuch, Schwerverletzten-Versorgung und Traumanetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie

Professor Hartmut Siebert

* Zukunftsperspektiven des neuen Faches "Orthopädie und Unfallchirurgie" in der Praxis
* Was leistet das Kompetenznetz Orthopädie?
Dr. Siegfried Götte
* Demographische Entwicklung: Was erwartet uns?
Dr. med. Karsten E. Dreinhöfer
Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
"Im Wettlauf mit der Zeit"
2. bis 6. Oktober 2006, ICC Berlin

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org

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