Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Akromegalie - zu viel Wachstumshormon lässt überproportional wachsen

26.09.2006
Wenn Schuhe und Ehering zu klein werden / Hormonspezialisten und Neurochirurgen tagen zu seltener Erkrankung am Tübinger Uniklinikum / 10th Annual Meeting of the Neuroendocrinology Section of the German Society of Endocrinology (DGE)

Ausgangspunkt der als Akromegalie bezeichneten Erkrankung ist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse, der beträchtliche Mengen von Wachstumshormon ausschüttet. Dieser Hormonüberschuss lässt sich im Blut nachweisen und führt zu einer Vergrößerung von Händen und Füßen, aber auch zum Wachstum innerer Organe, zu Zuckerkrankheit und Bluthochdruck. Ein Riesenwuchs (Gigantismus) entsteht, wenn der Tumor schon im Kindesalter nachweisbar ist.

Neurochirurgen und Endokrinologen am Universitätsklinikum Tübingen sind auf die Operation und Behandlung der Akromegalie spezialisiert und werden sich am 13.10.2006 auf einer Fachtagung mit internationaler Besetzung mit dem seltenen Krankheitsbild beschäftigen. Dabei werden neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten und Forschungsergebnisse vorgestellt.

Mit lediglich 3 bis 4 Neuerkrankungen pro 1 Million Einwohner und Jahr ist die Akromegalie eine seltene Erkrankung. Um die Diagnostik und Therapie zu verbessern, werden in mehreren Ländern - so auch in Deutschland und Großbritannien - Akromegalie-Register erstellt um die betroffenen Patienten möglichst vollständig zu erfassen und über eine objektive Datenbasis zu verfügen.

... mehr zu:
»Akromegalie »Wachstumshormon

Dabei ist es unerlässlich, dass Endokrinologen (Hormonspezialisten) und Neurochirurgen eng zusammenarbeiten. Mit einer Operation durch die Nase können heute 70 bis 80 Prozent der Patienten geheilt werden. Diese operative Therapie von Tumoren der Hirnanhangsdrüse ist ein Behandlungsschwerpunkt der Neurochirurgischen Klinik am Tübinger Uniklinikum. Gelingt keine vollständige Tumorentfernung, stehen heute moderne medikamentöse Therapieformen (sogenannte Somatostatin-Analoga oder Wachstumshormonrezeptor-Antagonisten) zur Verfügung.

Das Symposium (10th Annual Meeting of the Neuroendocrinology Section of the German Society of Endocrinology ( DGE)), zu dem rund 150 Ärzte und Wissenschaftler aus ganz Deutschland erwartet werden, findet vom 13. Oktober (ab 12.45) Uhr bis 14. Oktober (bis 13.30 Uhr) in Tübingen, Kliniken Schnarrenberg, Hörsaalzentrum Crona, statt. Die Vorträge wenden sich an Ärzte und Wissenschaftler, aber auch interessierte Laien sind willkommen. Experten auf dem Gebiet der Neuroendokrinologie werden zur Hormonregulation im Bereich des zentralen Nervensystems sprechen. Als internationaler Experte für Akromegalie wird Professor John Wass aus Oxford erwartet.

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Neurochirurgie
Privatdozent Dr. Jürgen Honegger, Stellv. Ärztlicher Direktor
Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71/29-8 67 41
juergen.honegger@med.uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/

Weitere Berichte zu: Akromegalie Wachstumshormon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf
06.12.2016 | Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften

Diabetesforschung: Neuer Mechanismus zur Regulation des Insulin-Stoffwechsels gefunden

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie