Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diabetes: Hoffnung für neuen Behandlungsansatz

25.09.2006
Protein Calcineurin von entscheidender Bedeutung

Wissenschaftler der Stanford University haben nachgewiesen, dass Calcineurin für die Gesundheit der Insulin produzierenden pankreatischen Betazellen von entscheidender Bedeutung ist, die bei Diabetikern defekt sind. Eine Studie mit Mäusen ergab, dass dieses Protein zehn Gene reguliert, die bereits mit diesem Krankheitsbild in Zusammenhang gebracht wurden. Die in Nature veröffentlichten Forschungsergebnisse machen Hoffnung auf einen völlig neuen Behandlungsansatz gegen Diabetes.

Bei Diabetes produzieren die Betazellen zu wenig oder gar kein Insulin, dadurch können die Körperzellen nach einer Nahrungsaufnahme keinen Zucker aufnehmen. Der Zucker sammelt sich im Blut an und schädigt in der Folge Blutgefäße, Nieren und Augen. Die Tatsache, dass das Immunsystem unterdrückende Medikamente, die bei Transplantationen eingesetzt werden, das Diabetesrisiko deutlich erhöhen, machte die Wissenschaftler auf Calcineurin aufmerksam. Die Forscher arbeiteten mit Mäusen, die in der Bauchspeicheldrüse nur bis zur Geburt Calcineurin produzierten. Nach der Geburt stellte die Bauchspeicheldrüse die Produktion des Proteins ein. Im Alter von 12 Wochen waren die mit einer normalen Anzahl von Betazellen geborenen Tiere schwer an Diabetes erkrankt.

Die Blockierung der Zufuhr von Calcineurin verhinderte, dass die Anzahl der Betazellen ansteigen konnte als die Mäuse älter wurden. Eine größere Körpermasse erfordert auch mehr Betazellen zur Kontrolle des Blutzuckers. Zusätzlich wurde auch die Menge des von den vorhandenen Betazellen produzierten Insulins verringert. Der Wissenschaftler Jeremy Heit erklärte, dass diese Forschungsergebnisse zu einer völlig neuen Sichtweise von Diabetes geführt hätten. "Bisher wurden individuelle Gene oder Prozesse, die mit einer Erkrankung in Zusammenhang standen identifiziert. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass diese Forschungsansätze durch das Calcineurin zusammenhängen."

In einem nächsten Schritt umgingen die Froscher das Calcineurin durch die künstliche Aktivierung des ähnlichen Proteins NFAT. Betazellen, denen Calcineurin fehlte, die aber über ein aktives NFAT verfügten, verhielten sich normal und vermehrten sich als die Mäuse älter wurden und produzierten normale Mengen Insulin. Laut den Wissenschaftlern könnten Medikamente, die die Aktivität von Calcineurin oder NFAT verbessern, zu einem neuen Behandlungsansatz für Typ-2-Diabetes werden. Medikamente, die Calcineurin oder NFAT unterdrücken, könnten bei Krankheiten zum Einsatz kommen, bei denen zu viel Insulin produziert wird. Dazu gehören zum Beispiel Unterzuckerung oder Tumore der Bauchspeicheldrüse. Die Behandlung von isolierten Betazellen mit Medikamenten, die das Calcineurin erhöhen, könnten diese Zellen dazu bringen sich zu teilen um so mehr Zellen für eine Transplantation herzustellen. Die Aktivierung von Calcineurin könnte Forschern laut BBC potenziell ermöglichen embryonale Stammzellen zu Insulin produzierenden Zellen werden zu lassen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://med.stanford.edu
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Betazelle Calcineurin Diabetes Insulin NFAT Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie