Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Manganoxid-Nanopartikel führen zu Entzündungen im Mäusehirn

22.09.2006
US-Forscher untersuchen Umweltschädlichkeit von Kleinstpartikel

Ein US-Forscherteam der University Rochester hat die eventuellen Gesundheitsrisiken von ultrafeinen Abgas-Partikeln auf Ratten genauer unter die Lupe genommen. Dabei stießen die Forscher auf ein interessantes Ergebnis: Die kleinen Manganoxid-Partikel führten nämlich zu einer Entzündung in verschiedenen Hirnregionen. Damit konnten die Forscher zeigen, dass diese Teilchen, die der Größe von Nanopartikeln entsprechen, weitreichende Folgen für die Gesundheit der Tiere haben. Umweltmediziner hatten bereits im Vorfeld davor gewarnt, dass diese Teilchen, die auch in den Abgasen enthalten sind, sogar erbgutschädigend sein könnten.

Konkret geht es um jene Teilchen, die eine Größe von kleiner als 100 Nanometer aufweisen und die auch in Abgasen von Motoren entstehen. Das Forscherteam um Alison Elder, dem auch der renommierte Wissenschaftler Günter Oberdörster angehört, hat festgestellt, dass sich nach zwölf Tagen die Konzentration der ultrafeinen Partikel im Riechkolben - einer Hirnregion nahe der Nasenhöhle - 3,5 Mal höher war. In der Lunge war sie doppelt so groß. Eine Entzündung der Lunge konnte nicht festgestellt werden, allerdings wurden nach einer Genexpression und Proteinanalyse Zeichen von Entzündungen im Hirn festgestellt. Unklar bleibe, so die Forscher, ob eine Anhäufung von solchen Partikeln zu einer Hirnschädigung führen könne oder nicht.

"Grundsätzlich muss dazu festgehalten werden, dass die Datenlage über diese Problematik sehr schwach ist", so Harald Krug vom Institut für Toxikologie und Genetik am Forschungszentrum Karlsruhe im pressetext-Interview. Zudem müsse jeder einzelne Stoff auf seine eventuelle Gefährlichkeit hin geprüft werden. "Das bedeutet, dass Manganoxid-Partikel anders zu beurteilen sind als etwa Eisenoxid- oder Titanoxid-Partikel. Jeder einzelne Stoff muss durchdekliniert und genau untersucht werden", erklärt der Forscher. Im Bezug auf Manganoxid sei die vorliegende Arbeit hervorragend. "Für Europa hat diese Studie insofern weniger Bedeutung, da den Treibstoffen kein Mangan zugesetzt wird. In Kanada ist dies der Fall, in den USA wird derzeit darüber diskutiert." Der Wissenschaftler verweist dabei auf die Unsinnigkeit, Fehler, die einmal begangen wurden, erneut wieder zu begehen.

... mehr zu:
»Entzündung »Lunge »Partikel

Als problematisch bezeichnet der Forscher allerdings die Partikel, die als Abgase aus Dieselfahrzeugen emittiert werden. "Durch moderne Technologien gibt es zwar immer weniger Partikel, allerdings steigt die Zahl der immer kleineren stark an", so Krug. "Dazu wäre zu sagen, dass diese sehr kleinen Partikel in die Lunge und auch in die Epithelzellen gehen und sie schädigen. Allerdings weiß man derzeit nicht, ob sie auch erbgutschädigend sind, oder wohin sie noch weiter gehen." Klar sei, dass diese Partikel die Lungenbefindlichkeit stören und bei Astmathikern, Allergikern und Rauchern zu Gesundheitsproblemen führen. "Studien der Umweltmedizinerin Lilian Calderon-Garciduenas von der University of North Carolina in Mexiko haben gezeigt, dass hohe Konzentrationen zu Schädigungen der Nasenepithelzellen führen." Auch konnte die Wissenschaftlerin nachweisen, dass es bei hohen Dosen zu einer Schädigung des Zentralnervensystems komme. Unklar bleibe aber auch hier, ob es über die Lungen weiter in den Körper gelangt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rochester.edu
http://www.fzk.de

Weitere Berichte zu: Entzündung Lunge Partikel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie