Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pesterreger sind anfälliger als bisher bekannt

21.09.2006
Hoffnung auf Impfstoffe gegen mehrere Krankheiten

Krankheitserreger sind mit einer ganzen Reihe von Tricks ausgestattet, um das Immunsystem des Menschen zu umgehen. Wissenschaftler der University of Massachusetts haben jetzt nachgewiesen, dass das Ausschalten nur eines dieser Mechanismen die Beulenpest harmlos machen kann. Ein ähnlicher Ansatz könnte Impfstoffe gegen viele Erreger inklusive gegen Antibiotika resistente und sehr gefährliche Krankenhausbakterien ermöglichen. Erholt man sich von einer Infektion, verhindern häufig Immunzellen langfristig eine erneute Erkrankung. Das Überstehen der ursprünglichen Infektion erlaubt eine "angeborene" Immunität, das komplizierte Zusammenspiel von Chemikalien, die Angreifer von außen erkennen, sofort Gegenmaßnahmen ergreifen und eine langfristige Immunität gewährleisten.

Yersinia pestis, die für die Beulenpest verantwortliche Bakterie, verfügt über mindestens vier Mechanismen zur Überwindung des körpereigenen Immunsystems. Dazu gehört unter anderem ein Schalter, der die normalerweise auf der Zelloberfläche vorkommenden Moleküle deaktiviert, die das Immunsystem stimulieren, wenn ein Krankheitserreger in den Körper gelangt. Das Team um Egil Lien schuf einen Stamm von Yersinia pestis, der diesen Schalter nicht produzieren konnte und ließ die drei anderen Mechanismen intakt. Zu ihrem Erstaunen zeigte sich laut New Scientist, dass die Bakterie so beeinträchtigt war, dass Mäuse auch der Verabreichung von großen Mengen nicht erkrankten.

Wurden die Versuchstiere dahingehend behandelt, dass sie keine Antikörper gegen die veränderte Bakterie bilden konnten, starben sie aber erst neun Tage später. Lien erklärte, dass die angeborene Immunität die Mäuse am Leben erhalte, während die Langzeitimmunität aufgebaut wird. Schließlich seien aber beide Mechanismen für ein Überleben erforderlich. Entscheidend war, dass die Tiere, denen die veränderten Bakterien injiziert wurden, wirkungsvolle Antikörper bildeten, die sie später vollständig gegen eine normale Erkrankung schützten. "Wir untersuchen derzeit, ob dieser Ansatz für einen Impfstoff in Frage kommt." Der Wissenschaftler hofft, dass ähnliche Veränderungen auch zu Impfstoffen gegen Verwandte der Pest wie Chlamydien oder Tularämie führen können. Viele der wichtigsten gegen Antibiotika resistenten Bakterien sind ebenfalls mit der Pest verwandt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umassmed.edu

Weitere Berichte zu: Bakterium Immunität Immunsystem Impfstoff Pesterreger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Spezialisten-Zellen helfen Gedächtnis auf die Sprünge
17.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie