Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue EU-Verordnung für Lebensmittel: Eingeschränkte Werbung zu Nährwert und Gesundheit

20.09.2006
Auf dem Deutschen Lebensmittelchemikertag 2006 hat die Lebensmittelchemische Gesellschaft, die größte Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), am 18. September gefordert, dass sie an der Erarbeitung von Nährwertprofilen für Lebensmittel, die in Kürze rechtlich vorgeschrieben werden, beteiligt wird. Nährwert- oder gesundheitsbezogene Werbung wird danach nur noch möglich sein, wenn das einzelne Lebensmittel genau festgelegten Kriterien entspricht.

Die weltweit geführte Diskussion zum Thema Übergewicht hat auch innerhalb der Europäischen Union zu politischen Reaktionen geführt. Als einer der Gründe für eine Über- und Fehlernährung, insbesondere bei Kindern, wird die Werbung für Lebensmittel angesehen. Dies gab den Ausschlag für einen Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zu nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben. Dieser Vorschlag hat mit einigen Änderungen die Zustimmung des Europäischen Parlaments erhalten und soll im Oktober diesen Jahres vom Ministerrat angenommen werden. Ein Inkrafttreten zum Beginn des Jahres 2007 wäre damit möglich.

Inhaltlich legt das Regelungswerk die nährwertbezogenen Angaben einschließlich der jeweiligen Anforderungen fest. Gesundheitsbezogene Angaben wie "Calcium ist gut für die Knochen" sind nur noch möglich, wenn sie geprüft und in den Anhang der Verordnung aufgenommen sind. Weitergehende Angaben, die sich z.B. auf die Verringerung eines Gesundheitsrisikos beziehen, bedürfen der Einzelzulassung nach genau festgelegtem Procedere. All diese Vorgaben mögen berechtigt sein, nicht nachvollziehbar ist jedoch die größte Hürde für alle Lebensmittel, die ausgelobt werden sollen - die Nährwertprofile.

Nährwert- oder gesundheitsbezogene Werbung wird danach nur noch möglich sein, wenn das einzelne Lebensmittel explizit festgelegten Kriterien entspricht. Doch diese Profile sollen erst im Laufe der nächsten zwei Jahre durch die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, erstellt werden. Beziehen werden sich diese Profile vor allem auf die Nährstoffe Fett, Zucker, gesättigte Fettsäuren, trans-Fettsäuren und Kochsalz.

... mehr zu:
»GDCh

Die Lebensmittelchemische Gesellschaft sieht ihre Aufgabe nun darin, bei Erarbeitung dieser Nährwertprofile das Fachwissen und den Sachverstand in Bezug auf die Zusammensetzung von Lebensmitteln und die Bedeutung der einzelnen Nährstoffe in die Beratungen einzubringen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass sinnvolle Profile auch zu einer sinnvollen Anwendung der neuen Regelung führen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält 25 Fachgruppen und Sektionen. Mit rund 2.800 Mitgliedern ist die Lebensmittelchemische Gesellschaft die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet mit dem Deutschen Lebensmittelchemikertag die zentrale Jahrestagung der Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker in Deutschland. Mehr als 500 Wissenschaftler aus der Wirtschaft sowie aus Behörden, Handelslaboratorien, Hochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen treffen sich hier, um die Weiterentwicklung ihrer Wissenschaft in Vorträgen und Postern vorzustellen und zu diskutieren.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Berichte zu: GDCh

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften