Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alterung des Herzens lässt sich einfach aufhalten!

20.09.2006
Zum Weltherztag rufen die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie dazu auf, einfache aber wichtige Gesundheitstipps zu befolgen

Jedes Jahr sterben weltweit rund 17,5 Millionen Menschen an den Folgen von Herzerkrankungen. In Deutschland ist die Herz-Kreislauferkrankung nach neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes noch immer die Todesursache Nr. 1. Ein Großteil dieser Schicksalsschläge könnte verhindert werden. Denn die Alterungsprozesse des Herzens und der Blutgefäße lassen sich auf einfache Weise bremsen, so der Hinweis der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie anlässlich des Weltherztages am Sonntag, der dieses Jahr unter dem Motto "Wie jung ist Ihr Herz?" steht.

Um sich ein junges Aussehen zu verschaffen, greifen heute viele Menschen zu teuren Anti-Aging-Cremes oder anderen fragwürdigen Mittelchen. Doch wer seinen Körper wirklich jung halten möchte, sollte sich vor allem um sein Herz kümmern, wie die beiden Herzorganisationen unterstreichen. Denn im Gegensatz zur faltenlosen Haut steigert ein leistungsfähiges Herz tatsächlich die Wahrscheinlichkeit, ein hohes Alter in guter Gesundheit zu erreichen.

Ausdaueraktivität verjüngt das Herz und vermindert den Bauchumfang

Zu den besten Maßnahmen, das Herz jung und fit zu halten, gehört regelmäßige körperliche Aktivität. "Bereits zwei bis drei Einheiten Ausdauersport pro Woche können die Gefahr für einen vorzeitigen Herzinfarkt drastisch reduzieren", erläutert Professor Dr. med. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Vorsitzender der Projektgruppe "Prävention" der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. "Wer wöchentlich eine Stunde oder mehr joggt, kann nach wissenschaftlichen Studien sein Risiko für eine Herzerkrankung um 40 Prozent senken", wie der Herzspezialist ergänzt. Wichtiger Nebeneffekt der vermehrten Bewegung ist nach Angaben von Gohlke die Verringerung von Übergewicht, das bei Männern oberhalb eines Bauchumfanges von 94 Zentimetern und bei Frauen bereits oberhalb von 80 Zentimetern augenfällig wird und risikoerhöhend wirkt.

Mittelmeerküche schützt das Herz

Eine gute Möglichkeit, das Herz leistungsfähig zu halten, bietet auch der Ernährungsstil. Dies gilt insbesondere für die mediterrane Kost, die in vielen Mittelmeerländern weit verbreitet ist und mit einem geringeren Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Zentraler Bestandteil der Mittelmeerküche ist ein hoher Anteil an frischem Obst und Gemüse. Statt tierischem Fett kommt zudem bevorzugt Olivenöl zum Einsatz, das mit seinen ungesättigten Fettsäuren wirkungsvoll vor der Verkalkung von Blutgefäßen schützen kann. Insgesamt sollten dabei pro Tag nicht mehr als 60 Gramm Fett aufgenommen werden. Leckere Fischgerichte, die ebenfalls einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aufweisen, runden den Speiseplan der Mittelmeerküche ab.

Raucher gefährden sich nicht nur selbst

Zu den wichtigsten Maßnahmen, vorzeitige Alterungsprozesse am Herzen zu verhindern, zählt außerdem der Verzicht auf Zigaretten, die nicht nur für Raucher selbst gefährlich sind, sondern auch für deren Mitmenschen, wie Prof. Gohlke betont: "Passivrauchen kann das Risiko für eine Verkalkung der Herzkranzgefäße um 25 bis 30 Prozent erhöhen." Betroffene, die mit dem Rauchen aufhören wollen, können sich zum Beispiel von ihrem Hausarzt über sinnvolle Raucherentwöhnungsprogramme beraten lassen.

Gesundheitscheck ab 35!

Wer sein Herz jung halten möchte, sollte zudem regelmäßig von dem Angebot der Gesundheitsuntersuchungen Gebrauch machen, die in Deutschland ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre von den Krankenkassen bezahlt werden. Denn mit solch einem Gesundheitscheck lassen sich auf einfache Weise Vorboten von Herzkreislauf-Erkrankungen aufdecken und somit die Gefahren zum Beispiel für einen vorzeitigen Herzinfarkt drastisch senken. Bislang ist die Bereitschaft zur Gesundheitsvorsorge in Deutschland allerdings noch immer erschreckend gering, wie die Deutsche Herzstiftung moniert. Nur 16 bis 17 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten nehmen hierzulande pro Jahr an den überaus sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von Herzkreislauf-Erkrankungen teil, wie Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland zeigen.

Über den Weltherztag
Der Weltherztag ist eine Initiative der World Heart Federation (WHF), in der sich die Herzstiftungen und kardiologischen Fachgesellschaften aller Nationen zusammengeschlossen haben. Die Interessen von Deutschland werden von der Deutschen Herzstiftung e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e.V. vertreten.

13/2006

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-313
E-Mail: koenig@herzstiftung.de

Pierre König | dw
Weitere Informationen:
http://www.herzstiftung.de

Weitere Berichte zu: Herzerkrankung Herzkreislauf-Erkrankung Kardiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Forscher entschlüsseln einen Mechanismus bei schweren Hautinfektionen
24.01.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn
19.01.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie