Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Lebensqualität durch Training

19.09.2006
Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg zeigt erstmals: Gemäßigter Sport hilft Patienten mit Lungenhochdruck

Sport bei Lungenhochdruck galt bislang als gefährlich. Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg unter Leitung von Privatdozent Dr. Ekkehard Grünig haben erstmals in einer klinischen Studie das Gegenteil bewiesen: Maßvoller Sport ist gesund und verbessert die Therapieerfolge mit modernen Medikamenten. Allerdings sollte das Trainingsprogramm aus Sicherheitsgründen in der Klinik begonnen werden und zu Hause weiter überwacht werden.

Die wissenschaftliche Arbeit wurde von der "American Heart Association" als "ausgezeichnet und sehr wichtig" eingestuft und ist jetzt in der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift "Circulation" erschienen. Die Arbeit wurde auf der Nürnberger Jahrestagung 2006 der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie mit dem mit 5.000 Euro dotierten René Baumgart Preis ausgezeichnet.

Lungenhochdruck ist eine lebensbedrohliche Krankheit: Verengen sich die Blutgefäße in der Lunge, steigt der Druck an und die Lunge bekommt nicht mehr ausreichend Sauerstoff. Das Herz wird zunehmend überlastet und droht zu versagen. An angeborenem Lungenhochdruck (idiopathischer pulmonal-arterieller Hypertonie) leiden in Deutschland ca. 1.000 Patienten; die Dunkelziffer unerkannter Erkrankungen ist jedoch hoch. Dazu kommen 500.000 bis 2 Millionen Patienten, die an anderen Formen des Lungenhochdruckes z.B. bei Linksherzschwäche oder bei chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung leiden.

... mehr zu:
»Lunge »Lungenhochdruck »Pneumologie

Fahrradfahren, Gehen, Hanteltraining und Atemübungen

Die Heidelberger Wissenschaftler der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus), untersuchten 30 Patienten mit schwerer pulmonaler Hypertonie, die sich seit drei Monaten unter medikamentöser Therapie in einem stabilen Zustand befanden. Eine Gruppe nahm am konventionellen Betreuungsprogramm mit Ernährungsberatung, Massagen, Inhalation und Muskelentspannung teil. Die zweite Gruppe absolvierte regelmäßig unter Anleitung von Ärzte und Physiotherapeuten ein maßvolles Sportprogramm, das aus Fahrradfahren auf einem Hometrainer, 60 Minuten Gehen und Hanteltraining bestand. Zusätzlich machten sie täglich Atemtraining.

Nach 15 Wochen testeten die Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit der Patienten im sechsminütigen Gehtest. Die Sportgruppe schaffte im Schnitt eine um 96 Meter längere Strecke als vor Beginn der Studie. Im Vergleich zu ihren untrainierten Kollegen bewältigten sie durchschnittlich 111 Meter mehr in dieser Zeit. Kein Sportler klagte über Belastung, die krankheitsbedingten Beschwerden nahmen vielmehr ab.

"Lunge und Herz konnten nach dem Training mehr Sauerstoff aufnehmen und weiter transportieren", erklärt Dr. Grünig diese positive Entwicklung. "Ein maßvolles Trainingsprogramm aus Sport und Atemübungen zusätzlich zu einer optimierten medikamentösen Behandlung ist deshalb sinnvoll", empfiehlt der Heidelberger Wissenschaftler. "Aus Sicherheitsgründen sollte das Training in der Klinik beginnen und während einer Fortführung zu Hause streng überwacht werden".

Weitere Information im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Arbeitsgruppe-Primaere-pulmonale-Hypertonie.3677.0.html

www.phev.de

Ansprechpartner:
Privatdozent Dr. Ekkehard Grünig,
Oberarzt der Medizinischen Universitätsklinik
Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie Universitätsklinikum
Heidelberg,
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg, Germany
Tel: 0049/6221/56-8906 Fax: 0049/6221/56-5447
Mail: ekkehard.gruenig@med.uni-heidelberg.de
Literatur
Derliz Mereles, MD1*; Ekkehard Grünig, MD1 et.al: "Exercise and Respiratory Training Improve Exercise Capacity and Quality of Life in Patients with Severe Chronic Pulmonary Hypertension". Circulation, September 20, 2006

(Die Literatur kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/
http://www.phev.de

Weitere Berichte zu: Lunge Lungenhochdruck Pneumologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

“Lasers in Composites Symposium” in Aachen – from Science to Application

19.09.2017 | Event News

I-ESA 2018 – Call for Papers

12.09.2017 | Event News

EMBO at Basel Life, a new conference on current and emerging life science research

06.09.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterielle Nano-Harpune funktioniert wie Power-Bohrer

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

eTRANSAFE – ein Forschungsprojekt für mehr Sicherheit bei der Arzneimittelentwicklung

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

26.09.2017 | Physik Astronomie