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Neue Substanzen versprechen Hilfe bei Darmentzündungen

19.09.2006
Wenn der Darm chronisch entzündet ist, ist das mehr als nur ein wenig unangenehm: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die zwei wichtigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, können fatale Folgen haben.

Begleitet von massivem Gewichtsverlust in kurzer Zeit, Darmblutungen und Fieberschüben können diese Erkrankungen zu einer ernsten Lebensgefahr für die Betroffenen werden. "Dank Cortison und anderen Standardmedikamenten konnten wir vielen, aber leider immer noch nicht allen Patienten wirksam helfen", beschreibt Prof. Andreas Stallmach, Experte für chronische Darmerkrankungen am UKJ, die bisherige Lage.

Inzwischen wurden neue, hochwirksame Substanzen entwickelt, die in das Immunsystem eingreifen und helfen können, wo vorher wenig Hoffnung war. "Mit Hilfe dieser neuen Medikamente können wir in einem Drittel der Fälle, die bisher aussichtslos waren, heute sogar einen Stillstand der Erkrankung erreichen", erläutert Andreas Stallmach. Allerdings nicht ohne Risiko, denn "die neuen Medikamente sind zwar hochwirksam, können aber auch Nebenwirkungen auslösen", so Stallmach. Der Einsatz der nicht für jeden Patienten geeigneten Medikamente erfordere daher eine große Erfahrung seitens des Arztes.

Diese wichtigen Zusammenhänge den Betroffenen bewusst zu machen, ist eines der Anliegen des Arzt-Patienten-Seminars zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, das am 23. September am Universitätsklinikum Jena stattfindet. Diese Veranstaltung findet im Rahmen des bundesweiten Crohn-Colitis-Tages statt; einer Aktion des Deutschen Morbus Crohn/Colitis Ulcerosa Vereinigung (DCCV e.V.), einer der größten Selbsthilfevereinigungen in Deutschland. Damit sollen die Sorgen und Nöte der Betroffenen verdeutlicht werden, aber auch für mehr Verständnis seitens Nicht-Betroffener geworben werden.

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Neben den Chancen und Risiken der neuen Behandlungsmöglichkeiten werden auf dem Thüringer Crohn-Colitis-Tag auch neue Entwicklungen in der Diagnose, der Schmerzlinderung und der Behandlung von Folgeerkrankungen wie Osteoporose von Experten aus dem gesamten Bundesgebiet vorgestellt. "Wir freuen uns sehr, solch kompetente Referenten gewonnen zu haben", zeigt sich Prof. Stallmach begeistert, "wobei die Teilnahme von Prof. Bosseckert, der jahrzehntelang die Behandlung dieser Erkrankungen an der Jenaer Klinik ausgebaut hat, ganz besonders erfreulich ist". So nimmt das Universitätsklinikum Jena in der Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen heute nach der Charité in Berlin eine Spitzenposition innerhalb der deutschen Universitätsklinika ein, so Stallmach weiter.

Mit dem diesjährigen Arzt-Patienten-Seminar wollen die Gastroenterologen des UKJ daher die Jenaer Tradition fortsetzen und weiterentwickeln - neben den Vorträgen am Vormittag können anschließend die Teilnehmer in vier parallel stattfindenden Workshops mit ihren Anliegen direkt mit den Fachleuten ins Gespräch kommen.

23. September 2006
Arzt-Patienten-Seminar "Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn/Colitis ulcerosa"
9:00 bis 14:00 Uhr, Großer Hörsaal, Universitätsklinikum Jena-Lobeda
Klinik für Innere Medizin II/ Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV e.V. Thüringen
Ansprechpartner:
Prof. Andreas Stallmach
Abt. Gastroenterologie, Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641/9 32 42 21
E-Mail: andreas.stallmach[at]med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

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