Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erlanger Wissenschaftler platzieren Biopsie-Nadeln punktgenau

12.09.2006
Das Radiologische Institut der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg setzt künftig auf ein Navigationssystem für die exakte Platzierung von Biopsie-Nadeln im Körper. Das Team um Professor Dr. Werner Bautz entwickelte das jetzt vorgestellte System für die interventionelle Radiologie gemeinsam mit dem Industriepartner CAS innovations AG. Das Computersystem, das einen sicheren und präzisen Nadelvorschub navigiert, soll die Krebsdiagnostik verbessern.

"CAPPA IRAD erlaubt die punktgenaue Platzierung von Biopsienadeln im Körper. Damit können künftig sehr kleine Tumore an schwer zugänglichen Stellen sicher punktiert werden", beschreibt Bautz die Vorteile der Neuentwicklung. "Für den Radiologen werden damit Biopsien mit doppelt schrägen Zugangswegen möglich. Dies sind Wege, die zu beiden Achsen des Körpers (oben/unten und links/rechts) schräg verlaufen, um Knochen oder Organe zu umgehen und nicht zu verletzen."

Eine Biopsie wird immer dann notwendig, wenn Gewebe zum Beispiel aus einem Tumor entnommen und untersucht werden soll. Dafür wird eine Nadel von außen in den Tumor gestochen, mit deren Hilfe dann eine Gewebeprobe entnommen wird. Das Navigationssystem beschleunigt in komplizierten Fällen die Diagnose und schont den Patienten, da keine Operation notwendig ist. In der laufenden klinischen Studie an der Erlanger Uniklinik wurden Tumore in Lunge, Leber und Knochen sicher und erfolgreich punktiert.

Neben einem optischen Trackingsystem und der Navigationslösung mit Touch-Screen gehören eine spezielle Nadelhalterung, ein Patientenrahmen und ein Patientenfixierungssystem zur Komplettlösung dazu. Vor der Biopsie wird der Patient so fixiert, dass er bequem liegt und sich nur eingeschränkt bewegen kann - eine wichtige Voraussetzung für eine fehlerfreie Platzierung der Nadel. Anschließend führt der Radiologe einen CT-Scan durch. Danach kann er den Zugangsweg dreidimensional mithilfe des Systems planen, die Nadel präzise ausrichten und dann während des Eingriffs den Nadelvorschub in Echtzeit am Monitor kontrollieren - ohne eine weitere CT-Aufnahme. "Das System verstärkt den Trend zu minimalinvasiven, patientenschonenden Eingriffen. Es schafft Zugangswege, die bislang nicht vorhanden waren", so Prof. Bautz.

... mehr zu:
»Biopsie-Nadel

Das System wird von der Erlanger CAS innovations AG hergestellt und vertrieben. Das mittelständische Medizintechnik-Unternehmen hat sich mit Navigationslösungen für die Endoprothetik und den HNO-Bereich bereits einen Namen gemacht.

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Werner Bautz
Tel.: 09131/85 -36064
werner.bautz@idr.imed.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

Weitere Berichte zu: Biopsie-Nadel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten