Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnelle Diagnostik

05.09.2006
Klagt ein Patient über schmerzende, geschwollene und steife Gelenke, dann ist der Befund klar: Arthritis. Die Ursache der Gelenksentzündung kennt der Arzt damit jedoch noch lange nicht. Ein neues Diagnosegerät findet innerhalb von zwei Stunden die Antwort.

Die Ursache von Arthritis liegt oft viele Jahre zurück. War ein Bakterium der Auslöser der entzündlichen Gelenkerkrankung? Wenn ja, welcher der mindestens acht bekannten Erreger? Oder sind Viren im Spiel, zum Beispiel das Parvovirus B19? Oder ist Gelenkverschleiß die Krankheitsursache? Bisher sind wochenlange Laboruntersuchungen nötig, um den genauen Auslöser herauszufinden - und in dieser Zeit wird der Patient häufig falsch behandelt.

Ein mobiles Laborsystem des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM in München und der Mikrogen GmbH soll nun Abhilfe schaffen. Es steckt in einem Kästchen, das nicht viel größer ist als ein Schuhkarton und in jeder Arztpraxis Platz hat. Sein Herzstück ist ein Biochip, ein daumennagelgroßes schwarzes Plastik-plättchen, auf das hundert verschiedene Antigen-Dots gedruckt werden. In jedem dieser 500 Mikrometer großen Dots sind Antigene eines möglichen Arthritis-Erregers immobilisiert.

Für die Durchführung des gesamten Arthritis-Tests wird nur etwa ein halber Milli-Liter Blutserum benötigt. "Unser Testsystem zeigt schnell, ob der Patient schon mit einem dieser Antigene Bekanntschaft gemacht hat", erklärt Karl Neumeier vom IZM. Denn das Blutserum enthält alle Antikörper, die sein Immunsystem jemals hergestellt hat. Findet ein Antikörper aus dem Blut "sein" Antigen auf dem Chip, reagiert es darauf. Eine Fluoreszenzmarkierung macht diese Reaktion sichtbar. Ein Lesegerät erfasst die leuchtenden Punkte und erkennt das jeweilige Antigen. Spricht der Test nicht an, so ist die Ursache keine Infektion, sondern Gelenkverschleiß.

... mehr zu:
»Antigen »Blutserum »Laborsystem

Hinter dem einfachen Diagnoseprinzip verbirgt sich jede Menge Mikrotechnik: Der Biochip steckt in einer scheckkartengroßen Kartusche, in der alle Reaktionsschritte nacheinander ablaufen. Mikrokanäle und Fluidverteiler leiten die Chemikalien genau dorthin, wo sie benötigt werden. Das Laborsystem ist schnell und effizient: In nur zwei Stunden bearbeitet es bis zu fünf Kartuschen von verschiedenen Patienten gleichzeitig. "Das System findet reges Interesse, und wir haben bereits konkrete Anfragen von Anwendern", berichtet Karl Neumeier. In etwa zwei Jahren sollen alle Studien abgeschlossen sein, die das Medizinproduktegesetz vorschreibt. Dann will die Firma Mikrogen die ersten Geräte an Arztpraxen ausliefern. Ein weiteres Testsystem zur raschen Erkennung von Infektionen während der Schwangerschaft ist geplant.

Ansprechpartner:
Karl Neumeier
Telefon: 0 89 / 5 47 59-5 34
Fax: 0 89 / 5 47 59-1 00
karl.neumeier@izm-m.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM
Institutsteil München
Hansastraße 27d
80686 München

Beate Koch | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.izm.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Antigen Blutserum Laborsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte