Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heiße Radiowellen lassen Krampfadern schrumpfen

04.09.2006
Universitäts-Hautklinik Heidelberg testet als weltweit erste Klinik neues Katheterverfahren / Teilnehmer für zweite Studienphase gesucht

Eine neue Methode zur Behandlung von Krampfadern wird erstmals in einer internationalen Studie erprobt, die von Professor Dr. Thomas Proebstle an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg geleitet wird: Die erweiterten Gefäße werden mit Hilfe eines in die Vene eingeführten Katheters ("Closure Fast Katheter"), dessen Spitze durch Radiowellen erhitzt wird, verschlossen. Nach Erwärmung auf ca. 120 Grad schrumpft und kollabiert die Krampfader. Erste Ergebnisse zeigen Vorteile gegenüber vergleichbaren Verfahren, vor allem durch die Schonung des umliegenden Gewebes.

Im Gegensatz zu den anderen Verfahren, bei denen die Gefäße ebenfalls von innen verschlossen werden, z.B. durch Laser, gelangt weder Strom noch Laserenergie außerhalb des behandelten Gefäßes in den Körper des Patienten. Das Verfahren ist daher noch schonender und zudem schneller in der Anwendung. Für die Teilnahme an der Studie werden noch interessierte Patientinnen und Patienten gesucht. Voraussetzung ist, dass eine Stammvarikose der großen Beinvene vorliegt. .

Ambulante Behandlung in örtlicher Betäubung

... mehr zu:
»Gefäß »Radiowelle »Vene

"Aus den USA gibt es seitens der kalifornischen Entwicklerfirma VNUS exzellente Erfahrungen mit diesem Verfahren am Tiermodell", berichtet Professor Dr. Thomas Proebstle, Leiter des Bereichs Phlebologie der Universitäts-Hautklinik Heidelberg, "deshalb haben wir nicht gezögert, das Verfahren weltweit erstmals bei einem Patienten anzuwenden". Die eigentliche Behandlung der Vene mit dem so genannten "Closure Fast Katheter" benötigt in der Regel nur noch 2 bis 3 Minuten und kann ambulant in örtlicher Betäubung unter Ultraschallkontrolle durchgeführt werden.

Nach den ersten Resultaten zu urteilen bietet die innovative Behandlung einige Vorteile gegenüber den gängigen Methoden der Krampfaderbehandlung wie dem "Stripping" oder der Verödung, gegenüber der Laserbehandlung ein vorteilhaftes Nebenwirkungsprofil: Es kommt seltener zu Blutergüssen, das kosmetische Resultat unmittelbar nach dem Eingriff ist ansprechender, die Schmerzen nach dem Eingriff sind geringer und Arbeitsfähigkeit besteht in der Regel bereits wieder am Tage nach dem Eingriff.

Jeder vierte leidet an Krampfadern / Gefahrenherd für Lungenembolie

Krampfadern, im medizinischen Jargon auch Varizen genannt, sind ein weit verbreitetes Problem: Etwa jeder zweite leidet daran, und jeder fünfte davon muss sich im Lauf seines Lebens deswegen einem Eingriff unterziehen. Vor allem Frauen sind von der Bindegewebeschwäche betroffen. Dabei geht es nicht nur um kosmetische Korrekturen, sondern auch um die Beseitigung eines ernsthaften medizinischen Risikos. Denn in den erschlafften Venen kann sich das Blut stauen, ein akuter Gefäßverschluss durch einen Thrombus oder gar eine Lungenembolie drohen. Deshalb sollte der Gefahrenherd beseitigt werden - und dies möglichst nachhaltig, aber schonend.

Die Phlebologische Ambulanz der Universitätshautklinik bietet das gesamte Spektrum der innovativen Behandlungen von Krampfadern an. Weitere Information im Internet:

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Phlebologische-Ambulanz.1074.0.html

Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten, wenden sich an:

Sekretariat Prof. Dr. T. Proebstle
Universitätshautklinik Heidelberg
Voss-Str. 2
69115 Heidelberg
Tel. 06221 566739
Fax 06221 566273
Email: office.proebstle@med.uni-heidelberg.de
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: Gefäß Radiowelle Vene

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive