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Computerchips im Schließmuskel - neue Therapien bei Stuhlinkontinenz

25.08.2006
Stuhlinkontinenz ist ein Leiden mit einer hohen Dunkelziffer. Experten schätzen, dass bis zu 50 Prozent der Betroffenen keinen Arzt aufsuchen. Dabei können heute alle Formen der Harn- und Stuhlinkontinenz geheilt beziehungsweise das Leiden der Patienten gemildert werden. Aktuelle Erkenntnisse zu Diagnose- und Therapiemöglichkeiten der Inkontinenz ist eines der Themen der Gastroenterologie 2006, die vom 13. bis 16. September im Hannover Congress Centrum stattfindet.

Computerchips sind die neueste Therapieform, um Stuhlkontinenz wieder herzustellen: Sie stimulieren die Nerven ähnlich wie ein Herzschrittmacher - entweder im Schließmuskel (so genannte Sakralnervenstimulation) oder im eingesetzten Schließmuskelersatz durch Beinmuskeln (so genannte neurostimulierte Gracilisplastiken). Je nach Ursache sind außerdem verschiedene Trainingsmethoden erfolgreich, die den Schließmuskel wieder aufbauen (Biofeedback-Training) oder operative Eingriffe, bei denen der Schließmuskel genäht beziehungsweise durch körpereigene Muskeln wieder aufgebaut wird.

Knapp zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Stuhlinkontinenz. Hauptsächlich sind ältere Frauen betroffen - allerdings gibt es vielfältige Ursachen dafür, die jeden treffen können: Dazu gehören der Verlust der sensiblen Analhaut durch Entzündungen, Fisteln oder operative Maßnahmen. Auch chronische Verstopfung kann ein Auslöser sein: Werden Abführmittel regelmäßig eingenommen, verflüssigt sich der Stuhlgang so stark, dass es zu einer Form des Durchfalls, der so genannten Überlaufdiarrhoe, kommt.

"Stuhlinkontinenz bedeutet nicht nur unwillkürlicher Abgang von Stuhl. Es besteht die Gefahr, dass Betroffene aufgrund der unangenehmen Symptome ihre sozialen Kontakte stark einschränken - mit allen nachteiligen Folgen", warnt PD Dr. med. Anton J. Kroesen, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Campus Benjamin Franklin, Charité Berlin. Spezialisten können in den meisten Fällen die Kontinenz wieder herstellen beziehungsweise die Symptome mildern, wenn Betroffene sich behandeln lassen. Die hohe Dunkelziffer basiert - nach Meinung von Kroesen - auf doppelter Sprachlosigkeit: So scheuen sich manchmal nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte, das Thema Inkontinenz anzusprechen.

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Terminhinweise:
Pressekonferenzen:
Mittwoch, 13. September 2006, 12.45 bis 13.20 Uhr
Donnerstag, 14. September 2006, 13.00 bis 14.00 Uhr
KONTAKT/Akkreditierung für Journalisten:
Pressestelle, Beate Schweizer, Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart, Tel.: 0711 8931 295, Fax: - 167, Schweizer@medizinkommunikation.org. Mit der Bestätigung erhalten Sie von uns das Hauptprogramm der Gastroenterologie 2006, das voraussichtlich Ende August erscheint.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.awmf.org
http://www.dgvs.de

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