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Bessere Heilungsprognosen für Schlaganfallpatienten dank neuer Erkenntnisse zu Hirnschwellungen

24.08.2006
Hirnschwellungen gelten bei Schlaganfällen als häufigste Todesursache. Ein australisches Wissenschaftlerteam hat nun einen möglichen Weg identifiziert, diese Schwellungen zu reduzieren.

Studien, durchgeführt von der Doktorandin Renee Turner am Fachbereich für Pathologie der University of Adelaide, haben gezeigt, dass Schwellungen des Gehirns nach einem ähnlichen Prozess ablaufen wie Schwellungen in der Haut. Eine Behandlungsmöglichkeit von Hirnschwellungen durch Medikamente, die es nun zu entwickeln gilt, wird damit wahrscheinlicher.

Eine Hirnschwellung, oder auch Hirnödem, ist eine häufig auftretende Komplikation bei Schlaganfällen. Sie entsteht durch Wasseransammlungen im Gehirn, der Druck auf das Gehirn nimmt zu und dessen Durchblutung ab. Dadurch stirbt letztendlich das Hirngewebe ab. Genaue Erkenntnisse über die Mechanismen dieses Prozesses im Gehirn lagen bisher nicht vor. Bei der Haut hingegen wird ein ähnlicher, als neurogene Entzündung bekannter, Prozess von Nervenzellen ausgelöst. Dieser resultiert in einer verstärkten Durchlässigkeit von Blutgefäßen und einer Wasseransammlung im Hautgewebe.

Eine Verbindung, die als Substanz P bekannt ist, hat nachweislich Anteil an Schwellungen in der Haut. Eine Blockierung der Substanz P kann Renee Turner zufolge, Ödeme im Hautgewebe reduzieren. Bisher war nicht bekannt, dass infolge von Verletzungen neurogene Entzündungen im Gehirn auftreten", erläutert Turner die neuen Erkenntnisse. "Unser Labor konnte nun nachweisen, dass Substanz P während eines Schlaganfalles freigesetzt wird. Wurden Rezeptoren, die Substanz P infolge eines Schlaganfalls freisetzen, blockiert, nahm anschließend die Hirnschwellung ab und die Prognose und Überlebensrate bei Ratten verbesserten sich."

Diese neuen Erkenntnisse eröffnen möglicherweise erste neue Behandlungswege von Hirnschwellungen seit fünfzig Jahren. Sie sollten laut Turner die Überlebenschancen bei einem Schlaganfall erhöhen und das Risiko von Langzeitschädigungen infolge eines Schlaganfalles mindern.

Weitere Informationen:
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Sabine Ranke-Heinemann | idw
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