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Ein Blick ins Herz ohne Blutvergießen: RUB-Fortbildung "Neue Möglichkeiten der kardialen Bildgebung"

22.08.2006
Ein paar Sekunden im CT können dank neuer bildgebender Verfahren bestimmten Herzpatienten einen Eingriff im Herzkatheterlabor ersparen: Verbesserte Geräte und spezielle Software ermöglichen es, hochaufgelöste, dreidimensionale Bilder des Herzens ganz unblutig zu gewinnen.

Als erste Bochumer Klinik bietet das Bergmannsheil eine umfassende kardiale Diagnostik mittels Computer- und Kernspintomographie an. Hausärzte, Internisten und Kardiologen sind eingeladen, sich bei der Fortbildungsveranstaltung "Neue Perspektiven in der kardialen Bildgebung: MDCT und MRT" am 30. August 2006 im Bergmannsheil einen Überblick über die neuen Möglichkeiten der Bildgebung am Herzen zu verschaffen (18 bis 21 Uhr, Hörsaal I, BG Kliniken Bergmannsheil, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum).

Unangenehme Prozedur ersparen

Die Darstellung der Herzkranzgefäße zum Nachweis von Verengungen ist bislang ausschließlich mit einer Herzkatheter-Untersuchung möglich gewesen. Im Herzkatheterlabor wird dabei über einen kleinen Schnitt in der Leiste unter Röntgenkontrolle ein Katheter durch die Hauptschlagader bis ins Herz vorgeschoben, wo sich der Arzt dann "vor Ort" über den Zustand der Gefäße informiert. Die neuen technischen Möglichkeiten können ausgewählten Patienten diese invasive Prozedur ersparen. Die Untersuchungen sind zudem mit weniger Strahlenbelastung verbunden und kostengünstiger als eine Herzkatheteruntersuchung.

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Gefäße "entwirren" und in die Länge ziehen

Neue Computertomographen sind in der Lage, in schneller Folge hochaufgelöste Bilder des Herzens zu erzeugen, die eine Software mit den Daten eines zeitgleich abgeleiteten EKGs so verrechnet, dass ein vollständiges Bild des Herzens in der Pause zwischen zwei Herzschlägen entsteht. Die so gewonnenen Bilder lassen sich dann von allen Seiten betrachten, einzelne Gefäße können "entwirrt" und in die Länge gezogen unter die Lupe genommen werden. Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen werden sichtbar; ihre Ausmaße und ihre Verteilung lassen sich anhand der Bilder analysieren. "Die nicht-invasive kardiale Bildgebung eignet sich zum Beispiel gut zur Kontrolle von Bypässen oder zur ersten orientierenden Untersuchung von Patienten mit bestimmten kardiovaskulären Risikofaktoren, wie Raucher oder Diabetiker", erläutert Dr. Christoph Heyer vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Bergmannsheil.

Kernspintomograph zeichnet Sequenzen auf

Kernspintomographen können ohne Strahlenbelastung Sequenzen des Herzschlags aufzeichnen, anhand derer sich die Funktion des Herzens analysieren lässt. Daneben erlaubt die kardiale Kernspintomographie die Beurteilung der Beschaffenheit des Herzmuskels, so dass sich verschiedene Erkrankungen wie Herzmuskelentzündungen, Durchblutungsstörungen oder Narbenbildungen diagnostizieren lassen, was wesentlichen Einfluss auf die Therapie betroffener Patienten haben kann. Die Fortbildungsveranstaltung wird von der Ärztekammer Westfalen-Lippe mit vier Punkten bewertet.

Weitere Informationen

Dr. Stefan Lemburg, Dr. Christoph Heyer, Institut für Radiologie, Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannsheil Bochum, Klinikum der Ruhr-Universität, Bürkle-de-la-Camp-Platz 1, 44789 Bochum, Tel. 0234/302-6465, E-Mail: stefan.lemburg@rub.de, christoph.heyer@rub.de, Programm im Internet: http://www.bergmannsheil.de/fileadmin/aktuelles/veranstaltungen/files/287.pdf

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/
http://www.bergmannsheil.de/fileadmin/aktuelles/veranstaltungen/files/287.pdf

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