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Grippeschutzimpfung ab Oktober - für Ältere, chronisch Kranke und Medizinpersonal

22.08.2006
Gemeinsame Pressemitteilung von Paul-Ehrlich-Institut und Robert Koch-Institut

Für den Winter 2006/2007 werden wie im Vorjahr rund 22 Millionen Dosen Impfstoff zur Verfügung stehen. Die Impfstoffdosen werden aufgrund von Verzögerungen bei der Herstellung dieses Jahr erst ab Oktober verfügbar sein. Oktober und November werden seit Jahren vom Robert Koch-Institut und vom Paul-Ehrlich-Institut als ideale "Impfmonate" empfohlen. "Geimpft werden sollten in diesen beiden Monaten vorrangig ältere Menschen, chronisch Kranke jeden Alters und medizinisches Personal in Krankenhäusern und in der Altenpflege", betont Reinhard Kurth, Präsident des RKI.

"Wegen der erhöhten Nachfrage und der üblichen stufenweisen Lieferung von Grippeimpfstoffen konnten im Vorjahr nicht alle Impfwünsche gleich zu Beginn der Impfkampagne erfüllt werden. Die Impfstoffmenge hat jedoch ausgereicht, um den Bedarf im Laufe der Impfsaison zu decken. Auch in der Saison 2006/2007 ist mit einer ähnlichen Entwicklung zu rechnen.", sagt Johannes Löwer, Präsident des PEI. Informationen zur Verfügbarkeit der Impfstoffe können bei den Grippeimpfstoffherstellern erfragt werden. "Anlässlich der Grippeimpfung sollte auch an die Pneumokokken-Impfung gedacht werden, die für Ältere und chronisch Kranke alle sechs Jahre empfohlen ist und beim selben Impftermin verabreicht werden kann", erinnert Kurth.

In den vergangenen Jahren hat die Grippewelle in Deutschland immer erst deutlich nach der Jahreswende begonnen. Mit einer Impfung im Oktober, November oder auch im Dezember, bleibt daher aller Voraussicht nach genügend Zeit für die schützende Spritze gegen die Grippe. Eine Infektion mit den jeden Winter zirkulierenden Influenzaviren bedeutet für Personen mit Grundleiden, zum Beispiel Herzkreislaufkrankheiten oder chronischen Lungenerkrankungen, und für ältere Menschen (über 60 Jahre) eine erhöhte Gefährdung. Bei ihnen kann es im Krankheitsverlauf häufiger zu Komplikationen kommen, zum Beispiel bakteriellen Lungenentzündungen, die tödlich enden können. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut chronisch Kranken und Älteren seit Jahren die jährliche Grippeschutzimpfung. Auch Personen mit erhöhter Gefährdung für eine Infektion sollten sich impfen lassen. Vor allem medizinisches Personal in Krankenhäusern und in der Altenpflege sollte geimpft sein, auch damit die von ihnen betreuten Patienten nicht mit Influenza angesteckt werden.

Außerdem erinnert die STIKO in ihren Empfehlungen vom 28. Juli 2006 daran, dass vor einer Reise ältere oder chronisch kranke Personen zur Grippeschutzimpfung gehen sollten. Auch für andere Reisende kann eine Influenzaimpfung sinnvoll sein, abhängig vom Ansteckungsrisiko und der Impfstoffverfügbarkeit. Die STIKO hat die Impfung im Juli auch für Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln empfohlen, dies unterstreicht die bestehenden Empfehlungen des Arbeitsschutzes ("ABAS-Beschluss 608"). Eine Impfung mit dem aktuellen saisonalen Impfstoff bietet zwar keinen direkten Schutz vor Infektionen durch den Erreger der Vogelgrippe, kann aber Doppelinfektionen mit den aktuell zirkulierenden Influenzaviren verhindern. "Das Risiko für eine Vogelgrippeinfektion ist in Deutschland sehr gering, sollte aber ernst genommen werden", meint Reinhard Kurth.

Weitere Informationen:
zur Verfügbarkeit von Impfstoffen bei Herstellern und Handel;
zu Influenza und Impfen bei www.rki.de,
zur Zulassung und Chargenfreigabe von Impfstoffen bei www.pei.de.

Dr. Susanne Stöcker | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de
http://www.pei.de

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