Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beschleuniger und gleichzeitig Computertomograph

14.08.2006
Am Universitätsklinikum Heidelberg wurde die deutschlandweit erste Tomotherapie-Einheit zur Präzisionsbestrahlung von Tumoren in Betrieb genommen

Die Strahlentherapie ist neben Operation und Chemotherapie eine der wirksamsten und am häufigsten eingesetzten Methoden zur Krebsbehandlung. In der Abteilung Radioonkologie und Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg ist nun die deutschlandweit erste Tomotherapie-Einheit in Betrieb genommen worden: Die ersten Patienten wurden erfolgreich behandelt.

Bei diesem einzigartigen Gerät sind die bildliche Darstellung des zu bestrahlenden Gebietes und die präzise Therapie in einem Gerät integriert. Durch die Verbindung von Computertomographie- (CT) und Beschleunigertechnik ergeben sich neue Möglichkeiten für die räumliche Verteilung der strahlentherapeutischen Dosis, die über die bisherigen Möglichkeiten der bislang gebräuchlichen Linearbeschleuniger weit hinausgehen. "Dadurch können auch Tumoren, die mit bisherigen Bestrahlungstechniken aufgrund ihrer Form oder Lage nur schwer behandelbar waren, gezielt und effizient bestrahlt werden", erklärt Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Radioonkologie und Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Geringe Strahlenbelastung für gesunde Organe

Mit dem im Tomotherapie-System integrierten CT kann vor jeder Bestrahlung die genaue Lage des Tumors ermittelt und sicher gestellt werden, so dass die Behandlung mit größter Präzision erfolgt. Zusätzlich kann die Strahlenbelastung für die gesunden Organe verringert werden, so dass mit weniger strahlenbedingten Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Die Installation des Gerätes erfolgte auf der Basis eines gemeinschaftlichen Antrags von Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Medizinischen Fakultät Heidelberg bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die das Projekt mit einer Summe von 3 Millionen Euro fördert.

Neben dem klinischen Einsatz des Verfahrens der Tomotherapie bei Patienten mit bösartigen Erkrankungen finden am Universitätsklinikum Heidelberg weitere Forschungsarbeiten zur Optimierung des Behandlungsverfahren zusammen mit dem DKFZ statt.

Am Universitätsklinikum Heidelberg stehen somit alle modernen Verfahren der Strahlentherapie von Tumorerkrankungen incl. Strahlentherapie mit Ionen, Brachytherapie und stereotaktischen Bestrahlungen an Linearbeschleunigern zur Verfügung.

Die klinische Forschung in der Abteilung Radioonkologie und Strahlentherapie des Universitätsklinikums Heidelberg beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, für jeden Patienten die optimale strahlentherapeutische Behandlungsmethode zu erarbeiten, um das gewünschte Behandlungsergebnis mit größtmöglicher Sicherheit und möglichst geringen Nebenwirkungen zu erreichen.

Weitere Informationen:
Radiologische Klinik, Abteilung Radioonkologie und Strahlentherapie
Tel: 06221 / 56 7611
Fax: 06221 / 56 5646
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Strahlentherapie
E-Mail: Strahlenpatient_Info@med.uni-heidelberg.de
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Berichte zu: RadioOnkologie Strahlenbelastung Strahlentherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Schwere Infektionen bei Kindern auch in der Schweiz verbreitet
26.07.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie