Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Charité richtet Forschungs-Schlaflabor ein

10.01.2002


MEDIZINISCHE FAKULTÄT DER HUMBOLDT - UNIVERSITÄT ZU BERLIN

Vorstellung neuer Leitlinie zum "Nicht-erholsamen Schlaf" Symposium zum Auftakt, Pressetermin

Ab sofort verfügt die Charité über ein Forschungs-Schlaflabor unter der Leitung von Dr. Ingo Fietze. Schon bisher existiert ein Schlaflabor, angeschlossen an die "Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Pneumologie und Angiologie", das nach den Ursachen des gestörten Nachtschlafes fahndet und, sobald die Gründe dafür aufgedeckt sind, geeignete Therapiemaßnahmen einleitet. Ein Schwerpunkt liegt an der Charité bei Schlafstörungen, die Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben, wie die sog. "Schlafbezogenen Atmungsstörungen", die durch sich wiederholende Atmungsstillstände (Apnoen) gekennzeichnet sind. Ein Schlaflabor eigens für Forschungsvorhaben einzurichten, ergibt sich aus dem noch vorhandenen Kenntnismangel in der Diagnostik und Behandlung von Schlafstörungen. Zum Einen fehlen allseits befriedigende medikamentöse Therapien. Im Forschungs-Schlaflabor sollen deshalb neue Medikamente, auch pflanzliche Arzneimittel oder Hormone hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bei Schlafstörungen getestet werden. Zum Andern fehlen auch gesicherte Nachweise der Wirksamkeit vieler Hilfsmittel, die von ihren Herstellern z.B. zur Bekämpfung nächtlicher Atmungsstillstände und des Schnarchens auf den Markt und meist nur über die Werbung an den Mann gebracht werden. Ausgenommen davon, also valide getestet, sind spezielle Atemhilfsgeräte, die den Patienten über eine Nasenmaske mit Überdruck während des Schlafes beatmen. Auch verschiedene im Mund zu tragende Hilfsmittel, die die Lage des Gaumensegels, der Zunge oder des Unterkiefers beeinflussen, um die Atemwege offen zu halten, sind vielfach getestet worden. Sie lindern im Wesentlichen jedoch nur das Ausmaß des Schnarchens und dies individuell sehr unterschiedlich. Die Gerätehersteller sind, wie die Pharmaindustrie, an wissenschaftlich gesicherten Aussagen zur Wirksamkeit ihrer Produkte ebenso interessiert wie es die Öffentlichkeit sein dürfte, denn wirksame Mittel träfen auf eine sehr breiten Markt. Ernsthafte Schätzungen gehen von bis zu fünf Millionen behandlungsbedürftiger schlafgestörter Menschen allein in Deutschland aus und von Milliarden Euro an Kosten als Folgen der Fehlleistungen auf Grund des gestörten Schlafes. Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft und andere Organisationen der Schlafforschung, speziell auch in der Charité, Finanzmittel zur Erforschung von Schlafstörungen bereitstellt.

Neben der Testung von Medikamenten und Hilfsmitteln will Dr. Fietze vor allem auch herausfinden, wie Patienten mit einem erhöhten Herzkreislauf-Risiko, z.B. der Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und nächtlichen Phasen des Atemstillstandes geholfen und damit das Herzkreislaufrisiko gemindert werden kann. "Schon im letzten Jahr haben wir begonnen, "intelligente" Geräte zur Überdruckbeatmung bei solchen Patienten zu erproben. Das Gerät merkt sich, wie der Patient atmet: flacht die Atmung im Schlaf ab, unterstützt die Maschine die Atmung oder übernimmt sie ganz: Sie beatmet ihn mit hohem Druck beim Einatmens und niedrigem Druck beim Ausatmen. Ist die Atmung des Patienten normal, so gibt das Gerät nur eine geringe Unterstützung". Solche Systeme haben Zukunft, so Dr. Tietze, ebenso wie die weitere Erforschung des Schlaf-Wach-Rhythmus und genetischer Faktoren des Schlafes.----

Zeitgleich zur Eröffnung des Forschungs-Schlaflabors findet an der Charité ein Symposium zu nächtlichen Atmungs- und Kreislaufstörungen statt, auf dem auch die gerade veröffentlichte Leitlinie zur Diagnose und Therapie des "Nicht-erholsamen Schlafes" vorgestellt wird. ( Siehe auch www.dgsm.de ). Journalisten sind herzlich eingeladen, am 18. und 19. Januar 2002 im großen Hörsaal des Hochhauses der Charité, Luisenstraße, 10117 Berlin (Mitte). Beginn: 18. Januar 15.00 Uhr. Pressegespräch: Am 19. Januar um 12.30 Uhr stehen Dr. Ingo Fietze zusammen mit Professor Dr. Karl-Heinz Rühle, Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, sowie Dr. Holger Hein, Deutsche Gesellschaft für Pulmologie, für ein Gespräch mit Journalisten zur Verfügung. Ort: Konferenzraum C, Erdgeschoss, Charité-Hochhaus. Luisenstraße in 10117 Berlin (Mitte).E-Mail: silvia.schattenfroh@charite.de

Dr. med. Silvia Schattenfroh | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgsm.de

Weitere Berichte zu: Atmung Forschungs-Schlaflabor Schlafstörung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz