Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lungenkrebs: Test für Chemotherapie entwickelt

10.08.2006
Scannen von Genen identifiziert aggressive Krebsarten

Wissenschaftler des Duke University Medical Center haben einen Test entwickelt, der vorhersagt, welche Patienten mit Lungenkrebs im frühen Stadium von einer Chemotherapie profitieren werden. Durch das Scannen von Genen konnte das Team aggressive Krebsarten identifizieren, die sehr wahrscheinlich wiederkehren. Das bedeutet, dass Menschen mit einem hohen Risiko sowohl eine Chemotherapie als auch ein chirurgischer Eingriff angeboten werden könnte. Die Ergebnisse der Studie wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Die britische Krebsspezialistin Kat Arney von Cancer Research UK erklärte laut BBC, dass diese Ergebnisse helfen könnten maßgeschneiderte Behandlungsformen zu entwickeln.

Das Team konzentrierte sich auf Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom in einem frühen Stadium. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die für vier von fünf Todesfällen durch Lungenkrebs verantwortlich ist. Derzeit werden Patienten im frühesten Stadium nur eine Chemotherapie und keine Operation angeboten. Bei rund 30 Prozent dieser Patienten tritt die Erkrankung erneut auf. Die Forscher untersuchten das genetische Profil von NSCLC-Tumoren. Der leitende Wissenschaftler Anil Potti erklärte, dass es deutlich unterschiedliche genetische Muster zwischen jenen Tumoren gäbe, die wahrscheinlich wiederkehrten und jenen, die nicht wiederkehrten. Mittels eines Genomtests wurden die Tumore von 129 Patienten untersucht, deren Krankheitsverlauf ständig beobachtet wurde. Es zeigte sich, dass der Test das Risiko eines erneuten Auftretens der Krankheit mit einer hohen Genauigkeit vorhersagen konnte.

Potti erklärte, dass das derzeitige System zur Beurteilung der einzelnen Stadien von Lungenkrebs sehr undurchdacht sei. "Geht ein Patient mit einem 2,9 Zentimeter großen Tumor zum Arzt, wird er entfernt. Bei einer Tumorgröße von 3,1 Zentimetern wird operiert und eine Chemotherapie durchgeführt." Bis jetzt wusste jeder, dass rund 30 Prozent der Patienten im frühen Stadium einen Rückfall erleiden würden. Es war jedoch niemand in der Lage zu sagen, welche Gruppe am ehesten betroffen sein würde." Das Bereitstellen dieser teureren Behandlungsform könnte laut Potti Tausenden Menschen jährlich das Leben retten. Der Test wird jetzt in Amerika und Kanada einer klinischen Überprüfung unterzogen. Fünfzig Medizinzentren sind beteiligt. Rund 12.000 Krebspatienten werden an den klinischen Tests teilnehmen. Potti hofft, dass die Ergebnisse dieser Tests in rund zwei Jahren vorliegen werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://medschool.duke.edu
http://www.cancerresearchuk.org
http://content.nejm.org

Weitere Berichte zu: Chemotherapie Lungenkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise