Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kurzes Peptid für lange Wirkung

09.08.2006
Bei neu diagnostiziertem Typ 1 Diabetes soll der Wirkstoff DiaPep277 die körpereigene Insulinproduktion aufrechterhalten und so die Stoffwechseleinstellung verbessern.

Eine bestimmte Eiweißkette, das Peptid p277, kann die Immunreaktion unterbrechen, die vor und kurz nach dem Ausbruch des Typ 1 Diabetes im Körper stattfindet. Diese frühere Erkenntnis israelischer Wissenschaftler ermöglicht es nun, die weitere Zerstörung der Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse durch das Immunsystem aufzuhalten. Eine körpereigene Restproduktion von Insulin soll so erhalten bleiben, was die Stoffwechseleinstellung verbessern und die Gefahr von Folgeerkrankungen senken kann. Der zusätzliche Insulinbedarf besteht zwar fort, aber auf niedrigerem Niveau.

In einer früheren Studie hat das zu diesem Zweck entwickelte Biopharmakon DiaPep277 bereits seine Wirksamkeit erfolgreich erwiesen, es wurden keine auf den Wirkstoff zurückzuführenden Nebenwirkungen beobachtet. Die Ergebnisse dieser und vorausgegangener Untersuchungen wurden schon Ende 2001 im Fachblatt The Lancet veröffentlicht. Nun soll die Wirksamkeit in einer placebo-kontrollierten, doppelblinden Untersuchung anhand einer größeren Teilnehmerzahl überprüft werden. Die Studie wird von dem Pharmaunternehmen DeveloGen in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in elf Ländern durchgeführt.

DiaPep277 wird über einen Zeitraum von zwei Jahren vierteljährlich in das Unterhautfettgewebe gespritzt. Es wirkt dabei modulierend auf das Immunsystem ein, unterdrückt aber nicht dessen Abwehrfunktion. Die allgemeine Immunabwehr z.B. gegen Bakterien oder Viren wird also nicht beeinträchtigt. Zur Kontrolle der Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung werden während der Studie regelmäßige Untersuchungen, sowie eine ausführliche Anamnese vorgenommen.

... mehr zu:
»Diabetes »Immunsystem »Peptid

Teilnehmen können Personen mit neu diagnostiziertem Typ 1 Diabetes, die zwischen 16 und 45 Jahren alt sind und deren erste Insulingabe nicht länger als 3 Monate zurück liegt. Als weitere Einschlusskriterien müssen eine Restproduktion der Betazellen und ein positiver Inselautoantikörper-Befund vorliegen, um eine Diabeteserkrankung eines anderen Typs auszuschließen. Beides wird bei Teilnahmewunsch im Studienzentrum kostenlos getestet. Weltweit sollen ca. 400 Patienten untersucht werden, etwa 72 davon in den vier deutschen Zentren.

Nicht teilnehmen dürfen Personen mit Typ 2 Diabetes oder mit Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis, insbesondere mit einer Allergie gegen Lipidemulsionen, Schwangere und Kinder bis 16 Jahre.

Nähere Informationen:
Institut für Diabetesforschung, Prof. Dr. Anette-G. Ziegler
Ansprechpartner: Dr. Markus Walter, Thomas Kaupper
Kölner Platz 1, 80804 München
Tel. 089-307931-14
E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de

Angelika Locher | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifdf.de/diapep277.html

Weitere Berichte zu: Diabetes Immunsystem Peptid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

nachricht Neue Risikofaktoren für Angsterkrankungen
22.02.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften