Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VetAbis - das Antibiotika-Informationssystem im Internet. Neue Internetseite für Veterinärmediziner.

08.01.2002


VetAbis-Startseite


VetAbis Tierarztbereich


In den Medien wurde in den letzten Jahren immer häufiger über zunehmende Resistenzen gegen Antibiotika berichtet. Wirksame Antibiotika sind auch in der Veterinärmedizin zur Therapie von Infektionskrankheiten unverzichtbar. Um die Entstehung von Resistenzen so gering wie möglich zu halten, ist es notwendig, dass Antibiotika bei Mensch und Tier immer mit der erforderlichen Sorgfalt angewendet werden. Aus diesem Grund wurden von der Bundestierärztekammer (BTK) und der Arbeitsgemeinschaft der Leitenden Veterinärbeamten (ArgeVet) "Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antimikrobiell wirksamen Tierarzneimitteln" entwickelt. Wie Untersuchungen gezeigt haben, liegen die notwendigen Informationen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika verstreut in einer Vielzahl von Quellen vor. Für den Tierarzt sind daher aktuelle Informationen nur schwer oder nur mit einem größeren zeitlichen und finanziellen Aufwand zugänglich. Diese Informationslücke soll "VetAbis" - ein internetbasiertes Antibiotika-Informationssystem für die Rinderpraxis - künftig schließen.

VetAbis stellt nicht nur Tierärzten und Studierenden der Veterinärmedizin die für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika notwendigen Informationen aktuell, schnell zugänglich und kostenneutral zur Verfügung, auch Landwirte und Verbraucher werden angesprochen. Dieses Informationssystem entwickelte die Tierärztin Barbara Gooß im Rahmen ihrer Dissertation bei Prof. Dr. Wolfgang Heuwieser in der Arbeitsgemeinschaft VetMedia der Tierklinik für Fortpflanzung an der Freien Universität Berlin. Zur Gewährleistung fachlich korrekter Informationen wurde mit Prof. Dr. Ungemach und Dr. Kluge vom Institut für Pharmakologie der Universität Leipzig, Prof. Schwarz vom Institut für Tierzucht und Tierverhalten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Celle und PD Dr. Scherkl vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) Berlin zusammen gearbeitet.

Nicht selten wird vermutet, dass neben einem unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin der Einsatz von antimikrobiellen Wirkstoffen in der Tierhaltung zu dem weltweiten Anstieg der Antibiotikaresistenzen beiträgt. Unabhängig davon, ob diese Vermutung berechtigt ist oder nicht, schadet sie dem Ansehen der Tiermedizin und leistet weiteren Verboten antibakterieller Präparate für die Behandlung Lebensmittel liefernder Tiere Vorschub. Tatsächlich kann jeder Einsatz von Antibiotika in der Human- sowie in der Veterinärmedizin eine Resistenzentwicklung verursachen. Fest steht außerdem, dass auf Antibiotika zur Therapie von Infektionskrankheiten bei Tieren nicht verzichtet werden kann. Die wirksame Bekämpfung dieser Krankheiten ist aus Gründen des Tierschutzes, zur Vermeidung der Ausbreitung von Krankheiten und zur Gewährleistung qualitativ hochwertiger und sicherer tierischer Lebensmittel notwendig. Vermutlich werden Antibiotika in der Tiermedizin nicht in allen Fällen mit der erforderlichen Sorgfalt eingesetzt, wofür es zahlreiche Gründe gibt. Einer davon liegt in einem mangelhaften Kenntnisstand über die Pharmakologie der antibakteriellen Wirkstoffe und die Entstehung von Resistenzen. Der tierärztliche Berufsstand stellt hohe Anforderungen an den Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin. Diese sind in den Leitlinien für einen sorgfältigen Umgang mit Antibiotika niedergelegt. Allerdings hat der Tierarzt in der Praxis das Problem, dass aktuelle Daten über antibakterielle Präparate, arzneimittelrechtliche Verordnungen und die Resistenzlage auf viele verschiedenen Quellen verteilt und nur unter erheblichem zeitlichen und finanziellem Aufwand zugänglich sind.

Um diesen unzureichenden Informationsfluss zu verbessern und aktuelle Fachinformationen zum Thema Antibiotika schnell und jederzeit zugänglich zur Verfügung zu stellen, hat sich Barbara Gooß des Mediums Internet bedient und eine neues Informationssystem erstellt: "VetAbis - das Antibiotika-Informationssystem für die Rinderpraxis". VetAbis soll den Tierarzt in der Rinderpraxis bei dem geforderten verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika unterstützen.

VetAbis gliedert sich in einen öffentlich zugänglichen Besucher-Bereich und einen Tierärzte-Bereich, der Passwort geschützt ist, um dem Heilmittelwerbegesetz gerecht zu werden. Hauptnutzer ist der in der Rinderpraxis tätige Tierarzt, der im geschützten Bereich die Eigenschaften antibakterieller Wirkstoffe nachschlagen und sein pharmakologisches Grundwissen auffrischen kann. Außerdem besteht - neben der Darstellung von Grundregeln für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika - die Möglichkeit, Informationen über arzneimittelrechtlich wichtige Gesetze und Verordnungen nachzulesen. Zur Verminderung des Antibiotikaverbrauchs werden kurze Anregungen auf den Gebieten Prophylaxe und therapeutische Alternativen vorgestellt.

In Planung ist außerdem eine Rubrik, in der die einzelnen antibakteriellen Präparate nachgeschlagen werden können. Um bei der Wirkstoffwahl die aktuelle Resistenzlage berücksichtigen zu können, sollen in Zukunft auch aktuelle Daten über die Resistenzentwicklung dargestellt werden. Im Besucher-Bereich sollen Verbraucher von der Notwendigkeit eines Antibiotika-Einsatzes in der Nutztiermedizin und von der Sicherheit tierischer Lebensmittel überzeugt werden. Auch die Landwirte sollen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika gewonnen werden, um das ohnehin in der Öffentlichkeit schon geschädigte Image der Nutztierhaltung zu verbessern.

Neben den bereits aufgeführten Punkten stellt VetAbis folgende aktuelle und fachkompetente Informationen zur Verfügung:

  • die Leitlinien der Bundestierärztekammer (BTK) mit Erläuterungen und Anhängen,
  • eine Liste der Antibiotika die beim Rind angewendet werden dürfen,
  • Grundsätze der Resistenzentstehung und -vermeidung sowie
  • Alternativen, die helfen können, den Antibiotika-Einsatz zu senken.
  • Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
    TÄ Barbara Gooß, Tierklinik für Fortpflanzung der Freien Universität Berlin, AG VetMedia, Königsweg 63, 14163 Berlin, Tel.: 030 / 838-62658, E-Mail: gooss@vetabis.de

    Ilka Seer | idw
    Weitere Informationen:
    http://www.vetabis.de

    Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

    nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
    20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

    nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
    19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

    Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

    Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

    Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

    Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

    Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

    A warming planet

    Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

    Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

    Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

    Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

    Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

    The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

    Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

    New technique promises tunable laser devices

    Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

    Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

    Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

    Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

    Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

    Anzeige

    Anzeige

    IHR
    JOB & KARRIERE
    SERVICE
    im innovations-report
    in Kooperation mit academics
    Veranstaltungen

    11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

    22.09.2017 | Veranstaltungen

    Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

    22.09.2017 | Veranstaltungen

    Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

    21.09.2017 | Veranstaltungen

     
    VideoLinks
    B2B-VideoLinks
    Weitere VideoLinks >>>
    Aktuelle Beiträge

    11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

    22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

    DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

    22.09.2017 | Förderungen Preise

    Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

    22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie