Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiches Typ 1 Diabetes-Screening für Neugeborene - eine Zwischenbilanz

31.07.2006
Seit über einem Jahr läuft in Deutschland die internationale TEDDY Studie, die die umweltbedingten Ursachen des Diabetes bei Kindern aufdecken soll.

Das Studienzentrum in München hat nun eine erste Zwischenbilanz gezogen: In ganz Deutschland haben etwa 5300 Neugeborene an der ersten Stufe der Studie, dem Diabetes Risiko-Screening teilgenommen. Weltweit waren es über 91000. Bis in drei Jahren sollen in Deutschland mindestens 9400, in allen teilnehmenden Ländern zusammen 220 000 Neugeborene das Screening durchlaufen haben.

Durch das Risiko-Screening kann anhand einer Blutprobe aus der Nabelschnur geklärt werden, ob ein Neugeborenes ein erhöhtes erbliches Risiko hat an Typ 1 Diabetes, also der "jugendlichen", insulinpflichtigen Form der Zuckerkrankheit zu erkranken. Bis drei Monate nach der Geburt kann die Untersuchung anhand weniger Tropfen Blut nachgeholt werden. Mitmachen kann jedes Neugeborene, insbesondere empfiehlt sich die Teilnahme aber für Kinder, die einen Verwandten mit Typ 1 Diabetes haben, da sie schon aufgrund der familiären Belastung ein höheres Erkrankungsrisiko mitbringen.

Auch für Säuglinge ohne familiäre Belastung macht die Untersuchung jedoch Sinn: Typ 1 Diabetes ist die häufigste chronische Krankheit im Kindesalter. Die meisten Neuerkrankten stammen aus Familien, in denen bisher kein Typ 1 Diabetes aufgetreten ist. Zurzeit erkranken in Deutschland jährlich etwa 2000 Kinder und sind künftig von täglichen Insulin-Injektionen abhängig. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt aber mit jedem Jahr weiter an.

... mehr zu:
»Diabetes »TEDDY

Um den Typ 1 Diabetes eines Tages verhindern zu können, soll in einer zweiten Stufe der TEDDY Studie geklärt werden, welche Umweltfaktoren die Krankheit bei erblich vorbelasteten Kindern auslösen können. Von den Kindern, die im Screening ein erhöhtes Risiko aufweisen, werden deshalb bei Einverständnis der Eltern schon von Geburt an Informationen zu Ernährung, Infektionen und besonderen psychischen Belastungen gesammelt und später ausgewertet.

In Deutschland nehmen bisher 110 Kinder an dieser zweiten Stufe der Studie teil, weltweit sind es 1828. Die fünf weiteren Studienzentren in Schweden, Finnland und den USA sind also deutlich stärker vertreten als Deutschland. "Vor allem in Schweden und Finnland macht eigentlich jeder Säugling beim Screening mit, der im Einzugsbereich der Studienkliniken geboren wird", erklärt Prof. Ziegler, Leiterin des deutschen TEDDY Teams. "Anders als in Deutschland haben die Eltern dort ein viel stärkeres Problembewusstsein was den Diabetes betrifft und sind eher bereit sich zu engagieren."

Da das Diabetes Risiko nicht im Rahmen des allgemeinen Neugeborenen Stoffwechsel-Screenings getestet wird, bietet die TEDDY Studie eine zusätzliche, kostenlose Vorsorgemöglichkeit für Neugeborene. Wird dabei ein erhöhtes Risiko festgestellt, kann durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen zwar noch nicht die Krankheit selbst, zumindest aber ein unerwarteter Krankheitsausbruch mit dramatischen Stoffwechselstörungen verhindert werden. Zudem wird so ermöglicht, die notwendige Therapie frühzeitig zu beginnen und die Gefahr von Komplikationen zu verringern.

Nähere Informationen: Institut für Diabetesforschung, Prof. Ziegler, Kölner Platz 1, 80804 München. Tel.: 0800 33 83 339 oder

E-Mail: teddy.germany@lrz.uni-muenchen.de

Angelika Locher | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifdf.de

Weitere Berichte zu: Diabetes TEDDY

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics