Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Endometriose: Neuer Behandlungsansatz mit Desferrioxamin

27.07.2006
Überschüssiges Eisen für Erkrankung verantwortlich

Wissenschaftler der Université catholique de Louvain haben nach eigenen Angaben einen entscheidenden Fortschritt im Verständnis und der Behandlung von Endometriose erzielt. Von dieser schmerzhaften Erkrankung sind zwischen zehn und fünfzehn Prozent der Frauen betroffen. Verursacht wird sie dadurch, dass Gewebe, das normalerweise die Gebärmutter auskleidet, an anderen Stellen im Beckenbereich wächst. Bei Versuchen mit Mäusen zeigte sich, dass überschüssiges Eisen das Wachstum des überflüssigen Gewebes förderte. Die Forscher schreiben in dem Fachmagazin Human Reproduction, dass die Erkenntnis, dass Eisen bindende Moleküle das Zellwachstum verringerten, zu neuen Behandlungsformen führen könnten.

Der Menstruationszyklus führt dazu, dass die missratenen endometrialen Zellen wachsen und abgebaut werden wie sie es normalerweise in der Gebärmutter tun würden. Die Folge sind innere Blutungen, die Schmerzen und Vernarbungen verursachen. In manchen Fällen führt eine Erkrankung auch zu Unfruchtbarkeit. Bisher waren die Ursachen für diese Krankheit laut BBC nicht ausreichend erforscht. Jetzt gehen die Forscher davon aus, dass das Eisen verantwortlich ist. In den Becken von Patientinnen wurden große Mengen von Eisen nachgewiesen. Wissenschaftler nehmen an, dass das überschüssige Eisen durch den Abbau der roten Blutzellen während der monatlichen Blutung entsteht. Für die Überprüfung diese Hypothese wurde bei Mäusen eine Endometriose hervorgerufen.

Bei manchen Tieren wurden eisenhältige rote Blutzellen hinzugefügt, andere erhielten das Molekül Desferrioxamin, das sich an Eisen anbindet und seine Wirkung neutralisiert. Bei den restlichen Tieren wurde die Endometriose nicht behandelt. Es zeigte sich, dass die Anzahl der Verletzungen bei allen drei Gruppen nahezu gleich waren. Bei den Tieren, die zusätzlich Eisen erhalten hatten, war das Zellwachstum in den Wunden viel stärker als bei nur erkrankten Mäusen. Im Vergleich dazu wiesen die mit Desferrioxamin behandelten Mäuse eine geringere Zellaktivität als die anderen Tiere auf. Daraus schloss das Team, dass das Eisen für das erhöhte Zellwachstum verantwortlich war.

... mehr zu:
»Desferrioxamin »Endometriose

Der leitende Wissenschaftler Jacques Donnez erklärte, dass die aktuellen Forschungsergebnisse einen entscheidenden Fortschritt bedeuteten, da sich dieser Ansatz mehr auf die Ursprünge und Ursachen der Krankheit konzentriere und nicht auf chirurgische Eingriffe bei einer bereits bestehenden Erkrankung. "Wir hoffen sehr, dass uns die Genetik helfen wird festzustellen, welche jungen Frauen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind und, dass ein auf unseren Ergebnissen aufbauender Behandlungsansatz das Entstehen oder die Entwicklung der Krankheit verhindern kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uclouvain.be
http://humrep.oxfordjournals.org

Weitere Berichte zu: Desferrioxamin Endometriose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Chancen für die Behandlung von Kinderdemenz
24.07.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie