Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hitze könnte der Schlüssel zur Behandlung von Hodenkrebs sein

26.07.2006
Nanotechnologie macht Krebszellen anfälliger

Wissenschaftler der Johns Hopkins University haben herausgefunden, warum viele Hodenkrebspatienten entgegen aller Vorzeichen überleben. Auch Hodenkrebs, der sich wie bei dem Radfahrer Lance Armstrong bereits ausgebreitet hat, ist vielfach behandelbar. Die Experten gehen davon aus, dass die Krebszellen hochempfindlich auf die Körperwärme reagieren, die sie gefährdet. Eine Hitzetherapie könnte auch eingesetzt werden, um andere Formen von Krebs zu bekämpfen schreiben die Forscher im Journal of the American Medical Association.

Die Hoden sind einige Grade kühler als der Rest des Körpers, da das Sperma hitzeempfindlich ist und dazu neigt abzusterben, wenn es die normale Körpertemperatur von 37 Grad erreicht. Das Team um Robert Getzenberg erklärte, dass verschiedene Hinweise darauf hindeuteten, dass Hodenkrebszellen über die gleiche Empfindlichkeit gegenüber Hitze verfügten. Damit könnte sie für eine Behandlung zugänglicher sein. Die Forscher nannten dieses Phänomen den "Lance-Armstrong-Effekt". Breiten sich die Zellen auf andere Bereiche des Körpers aus, könnten sie durch höhere Temperaturen geschwächt werden und so empfindlicher auf eine Chemotherapie oder Strahlenbehandlung reagieren als andere Formen von Krebs.

Studien mit Männern, die an einer Krankheit leiden, bei der die Hoden im Körper verbleiben, haben ergeben, dass die Kernmatrix vernichtet wird und hitzeempfindlich ist. Die Wissenschaftler führen jetzt Experimente mit verschiedenen Formen der Schwächung der Kernmatrix von Krebszellen durch Hitze durch. "Wir haben darüber nachgedacht, was wir über die Unterschiede zwischen Hodenkrebs und anderen Krebsformen wissen. Es gibt erstaunliche Unterschiede im Behandlungserfolg. Wir wollen einen einfachen Ansatz auf biologischer Basis finden." Laut Getzenberg ist Hitze oder Hyperthermie eine sehr alte Form der Behandlung von Krebs. Für einen wirklichen Behandlungserfolg müsse sie jedoch direkt auf die Krebszellen abzielen. "Ein wirklicher Fortschritt wäre es diese Erwärmung bei Menschen mit systemischen Erkrankungen einzusetzen. Dabei geht es um Tumore, die so klein sind, dass man sie kaum sehen kann." Entscheidend sei, auf diese Krebszellen überall im Körper abzuzielen.

... mehr zu:
»Hodenkrebs »Krebszelle

Getzenberg setzt Nanotechnologie ein, um mit Eisenpartikeln direkt auf Krebszellen zu zielen. Diese Nanopartikel können so entwickelt werden, dass sie von bestimmten Markern auf der Oberfläche von Krebszellen angezogen werden. Einmal an der Krebszelle angelangt, können sie mittels eines externen magnetischen Feldes erhitzt werden, die Zellen schwächen und sie hoffentlich anfälliger gegen eine Chemotherapie oder Strahlung machen. Das Team überprüft dieses Verfahren derzeit für die Behandlung von Prostatakrebs bei Tiermodellen. "Diese Nanopartikel existieren jetzt und können im Körper eingesetzt werden. Der Vorteil besteht darin, dass sie nicht in jede Zelle eingebracht werden müssen. Es reicht ein warmes Umfeld zu schaffen." Derzeit arbeiten die Forscher laut BBC an einer weiteren Studie zum Blasenkrebs. Es wird untersucht, ob die Einbringung einer warmen Lösung in die Blase eine entsprechende Wirkung erzielen kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jhu.edu
http://jama.ama-assn.org

Weitere Berichte zu: Hodenkrebs Krebszelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

nachricht Schnelltests für genauere Diagnose bei Hirntumoren
17.05.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics