Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine neue Dimension des Operierens

20.07.2006
Neue Sektion "Minimal Invasive Chirurgie" an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg erforscht die "Schlüsselloch-Chirurgie" und entwickelt zukunftsweisende Techniken

Als eine der ersten chirurgischen Universitätskliniken in Deutschland hat die Heidelberger Chirurgie eine eigene Sektion für Minimal Invasive Chirurgie (MIC) eingerichtet. Ihr Ziel ist es, Chancen und Risiken der so genannten "Schlüsselloch-Chirurgie" wissenschaftlich zu untersuchen und zukunftweisende Techniken zu entwickeln.

Leiter der neuen Sektion ist Professor Dr. Carsten Gutt, ausgewiesener Experte im Bereich der minimal-invasiven Chirurgie und Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Im Fokus der Forschungsarbeiten steht die computer-basierte Chirurgie, der so genannte "OP-Roboter", der dem Chirurgen in naher Zukunft eine neue Dimension des präzisen und schonenden Operierens eröffnen wird.

"Minimal-invasive Operationstechniken spielen heute eine immer größere Rolle. Dennoch befassen sich nur wenige Universitätskliniken in Deutschland mit ihrer Wirksamkeit und Weiterentwicklung", erklärt Professor Dr. Dr. h.c. mult. Markus W. Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg.

... mehr zu:
»MIC »Sektion

Boom der "Schlüsselloch-Chirurgie" führte nicht zur Revolution

Der Boom der "Schlüsselloch-Chirurgie" vor ca. 15 Jahren hat bislang nicht zu der erwarteten Revolution geführt: Nur wenige Operationen werden standardmäßig mit minimal-invasiven Methoden durchgeführt, z.B. die Entfernung der Gallenblase und die operative Behandlung des Sodbrennens. Über drei kleine Einstiche werden das Operations-Mikroskop mit Kamera und die feinen OP-Instrumente in den Bauchraum eingeführt. Der Operateur handhabt die Geräte direkt oder elektronisch gesteuert über eine OP-Konsole ("OP-Roboter").

Weniger Schmerzen, früher Mobilität und keine Narben

Für den Patienten bietet die minimal-invasive Operation prinzipiell Vorteile: Er hat weniger Schmerzen als bei der Operation mit Bauchschnitt, ist früher mobil und leistungsfähig und das kosmetische Ergebnis ist meist zufrieden stellend.

Der Trend zum "sanften Operieren" ist deshalb ungebrochen. "Komplexe minimal-invasive Eingriffe im Bauchraum, aber auch im Brustraum sind stark im Aufwind", erklärt Professor Gutt. Eine weitere Vereinfachung und Standardisierung der Operationstechniken ist jedoch notwendig, damit auch größere minimal-invasive Operationen, die derzeit spezialisierten Zentren vorbehalten sind, an Verbreitung gewinnen können.

Die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg gehört zu den größten Abteilungen ihrer Art in Deutschland. Auch umfangreiche Operationen werden bereits heute, wenn möglich, minimal-invasiv durchgeführt (Dickdarm, Magen, Speiseröhre, Milz, Leber, Bauchspeicheldrüse). Mit dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 3 Millionen Euro geförderten interdisziplinäre Graduiertenkolleg "Intelligente Chirurgie - Entwicklung neuer computer-basierter Methoden für den Arbeitsplatz der Zukunft in der Weichteilchirurgie" hat die Klinik bereits einen Forschungsschwerpunkt, der zukunftsweisende Technologien für die MIC entwickelt.

Enge Verzahnung mit dem Graduiertenkolleg "Intelligente Chirurgie"

"Die Sektion MIC und das Kolleg "Intelligente Chirurgie" werden eng miteinander verzahnt, um neuen Entwicklungen einen raschen klinischen Einsatz zu ermöglichen", sagt Professor Gutt. Weitere Heidelberger Standortvorteile sind das Klinische Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, das professionell die klinische Erforschung chirurgischer Methoden unterstützt, sowie hochkarätige wissenschaftliche Kooperationspartner im Umfeld wie das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Technische Hochschule Karlsruhe.

Weitere Information im Internet:
www.mic-heidelberg.eu
www.intelligente-chirurgie.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de/OP-Roboter.4825.0.html?&L=0
Bei Rückfragen:
Professor Dr. Carsten Gutt
E-Mail: carsten.gutt@med.uni-heidelberg.de
Professor Dr. Markus W. Büchler
Tel.: 06221 / 56 6201 (Sekretariat)
Literatur:
CN Gutt, MW Büchler et.al.: Robot-Assisted abdominal surgery. British Journal of Surgery 2004, 91: 1390-1397.
(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums
Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: MIC Sektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aromatherapie bei COPD
12.05.2015 | Airnergy AG

nachricht Chronische Wunden können heilen
16.10.2017 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise