Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zufriedene Patienten, entlastete Ärzte: Erfolgreiches Betreuungskonzept wird ausgebaut

19.07.2006
"Case Manager" an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg begleiten Patienten vor, während und nach der Stammzelltransplantation

Die Betreuung von Patienten mit schweren Erkrankungen, das Lotsen durch eine Vielfalt von Behandlungen ist komplex. Nach dem Vorbild der USA werden deshalb zunehmend "Case Manager" eingesetzt, die den individuellen Patienten auf die verschiedenen Therapieschritte vorbereiten und ihn begleiten.

Auch in einem der international führenden Zentren für Stammzelltransplantation, der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Anthony D. Ho) kümmern sich seit zwei Jahren zwei Case Managerinnen um die Vorbereitung und Nachsorge von jährlich 250 bis 300 Transplantations-Patienten und knüpfen ein Netzwerk, das die Betroffenen unterstützt. Die speziell ausgebildeten zentralen Ansprechpartner sind Bindeglied zwischen Ärzten und Pflegekräften, zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten sowie anderen Partnern. Das erfolgreiche Betreuungskonzept wird jetzt weiter ausgebaut. Auch andere Bereiche, z.B. die Tagesklinik, sollen künftig durch Case Manager verstärkt werden.

Professor Dr. Peter Dreger, Leiter der Allogenen Transplantationseinheit (dort werden Blutstammzellen von Spendern übertragen), fasst zusammen: "Das Case Management hat die organisatorischen Abläufe verbessert und zu noch größerer Zufriedenheit unserer Patienten geführt." Zusätzlich entlaste es die Ärzte von administrativen Aufgaben, so dass sie wieder mehr Zeit für die Patienten haben.

Vorbild USA: Erfolgreiches Case Management seit den 70er Jahren

Vorbild für das ganzheitliche Behandlungsangebot ist das Konzept des "Managed Care" im US-Gesundheitssystem. Professor Ho, der von 1992 bis 1998 die Abteilung Hämatologie/Onkologie und Stammzelltransplantation an der University of California in San Diego leitete, hat dort die enorme Bedeutung des Case Managements als vertrauensbildende Maßnahme schätzen gelernt. "In den USA wird Case Management bereits seit den siebziger Jahren praktiziert."

Patienten, die zur allogenen Stammzelltransplantation an die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg überwiesen werden, lernen Andrea Bondong als zentrale Ansprechpartnerin kennen. Die Krankenschwester und Krankenhausbetriebswirtin und ihre Kollegin Beate Kopp begleiten die Patienten vor, während und nach dem stationären Aufenthalt. Beate Kopp arbeitet als Case Managerin in der Autologen Transplantationsambulanz (Transplantation von Stammzellen, die dem Patienten entnommen wurden).

Zentrale Ansprechpartner bei sozialen, arbeitsrechtlichen und psychologischen Fragen

Die beiden Case Managerinnen koordinieren in enger Zusammenarbeit mit den Ärzten medizinische Voruntersuchungen, Therapievorbereitung, Behandlungstermine und die Begleitung der Nachsorge. Gemeinsam mit dem Patienten und seinen Angehörigen plant Andrea Bondong Hilfestellungen bei sozialen, arbeitsrechtlichen, oder auch psychologischen Fragen: Wer übernimmt die Kosten für eine häusliche Pflege? An wen wende ich mich im Notfall? Wie werden meine Angehörigen mit der Belastung fertig?

Zurzeit absolviert Andrea Bondong eine Zusatzausbildung zur zertifizierten Case Managerin an der Katholischen Fachhochschule in Mainz. Ihre Kollegin Beate Kopp wird mit dieser Ausbildung im September dieses Jahres beginnen.

Aktuelle Patientenbroschüre: "Allogene Stammzelltransplantation"

Einen Beitrag zum erfolgreichen Case Management leistet die vor kurzem erschienene, aktualisierte Patientenbroschüre "Allogene Stammzelltransplantation". Das Informationsheft soll Gespräche nicht ersetzen, sondern ergänzen. Hier können Betroffene in Ruhe nachlesen, was bei ihrem Krankenhausaufenthalt auf sie zukommt, auch in der Zeit nach der Entlassung. So gibt die Broschüre u. a. Auskunft über die "Do's" und Don't's" sowie Tipps für die Ernährung nach der Transplantation.

Weitere Information zur Stammzelltransplantation finden Sie im Internet unter
(1) http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Innere-Medizin-V-Haematologie-Onkologie-und-Rheumatologie.725.0.html

(2) http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Blutstammzelltransplantation.9787.0.html

Anspechpartner:
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg
Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg
Andrea Bondong, Tel.: 06221 / 56 380 55
Prof. Anthony D. Ho, Tel.:06221 / 56 80 01 (Sekretariat)
Prof. Peter Dreger, Tel.: 06221 / 56 82 83
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/

Weitere Berichte zu: Hämatologie Stammzelltransplantation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Erste Verteidigungslinie gegen Grippe weiter entschlüsselt
21.02.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Behandlung mit Immunglobulinen hilft gegen Entzündung der weißen Hirnsubstanz bei Kindern
21.02.2018 | Universität Witten/Herdecke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics