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Aktiver Verbraucherschutz - neue Ergebnisse für bessere Nahrungsmittelsicherheit

19.07.2006
Im Rahmen der Globalisierung werden die Grenzen für Produkte und Waren immer durchlässiger. Damit steigen auch die Anforderungen an die Nahrungsmittelsicherheit. Die Landesstiftung Baden-Württemberg fördert in ihrem gleichnamigen Forschungsprogramm die Optimierung von Analysetechnik und Untersuchungsmethoden im Ernährungsbereich. Ziel ist eine Verbesserung des Verbraucherschutzes. Wichtige Ergebnisse aus der Forschung hat die Landesstiftung jetzt in einer Broschüre veröffentlicht.

"Die laufende Verbesserung von Nachweismethoden für die Nahrungsmittelsicherheit ist ein Beitrag zum aktiven Verbraucherschutz", so Herbert Moser, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg. "Ohne intensive Forschungsanstrengungen in diesem Bereich ist es nicht möglich, das derzeit hohe Niveau zu halten und auf die neuen Herausforderungen zu reagieren, die durch veränderte Produktionsmethoden entstehen. Die Landesstiftung Baden-Württemberg hat daher bereits vor fünf Jahren, als eines ihrer ersten Projekte, das Forschungsprogramm zur Nahrungsmittelsicherheit gestartet".

Möglicherweise waren Nahrungsmittel noch nie so sicher wie heute, andererseits sind BSE und Gammelfleisch-Skandal nur die Spitze des Eisbergs: Ob durch Acrylamid im Brot, Pestizid-Rückstände im Obst oder Wachstumshormone im Schnitzel - in steter Regelmäßigkeit werden die Verbraucher durch neue Schreckensmeldungen verunsichert. Im Rahmen des aktiven Verbraucherschutzes hat die Landesstiftung Baden Württemberg deshalb das "Forschungsprogramm Nahrungsmittelsicherheit" ins Leben gerufen. Mit diesem Programm werden gezielt Forschungsprojekte von Universitätsinstituten, Forschungseinrichtungen oder Untersuchungsämtern mit Sitz in Baden-Württemberg gefördert, die dazu beitragen, schnell, sicher und dabei kostengünstig Gesundheitsrisiken zu minimieren, die aus unerwünschten Stoffen und Organismen in Nahrungsmitteln erwachsen.

Acrylamid gehört zu den jüngsten Problemfällen. So ist noch nicht vollständig geklärt, ob die in Lebensmitteln gefundenen Konzentrationen krebserregend sind. Drei Forschungsteams an der Universität Hohenheim und am Chemischen und Veterinäruntersuchsamt Stuttgart haben sich die Reduktion von Acrylamid in Backwaren zur Aufgabe gemacht und - vom Rohstoff über die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt - mit einigem Erfolg nach Vermeidungsstrategien gesucht. Die in der Broschüre zusammengefassten Forschungsergebnisse enthalten auch konkrete Verbrauchertipps: Zur Reduzierung der Belastung mit Acrylamid reicht es bereits aus, das Mehl nach dem Backen von der Brotkruste zu entfernen. Und um sich vor dem Gift Alkaloid, das Kartoffeln und Tomaten erzeugen, zu schützen, hilft es, auf den Geschmack zu achten: bitter bedeutet ein erhöhter Alkaloidwert, das haben die Tests bestätigt. Daneben sind Zubereitungsart und Lagerung entscheidend. Am wenigsten belastet sind gekochte Salzkartoffeln, die zuvor dunkel und kühl gelagert wurden.

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Möglichst vielfältig soll die tägliche Obst- und Gemüseauswahl sein, so die Devise für eine gesunde Ernährung. Immer mehr Menschen scheuen den Aufwand dafür und suchen Ersatz bei Nahrungsergänzungsmitteln und "Functional Food". Dennoch gab es bisher kein standardisiertes Verfahren, um deren Bestandteilen auf den Grund zu gehen. Ein Forschungsprojekt an der Universität Hohenheim hat Abhilfe geschaffen. Mit den neu entwickelten Methoden zur Bestimmung der bioaktiven Inhaltsstoffe kann zum Beispiel eine Überdosierung verhindert und der Verbraucher vor Irreführungen geschützt werden.

Das Themenspektrum zum Forschungsprogramm Nahrungsmittelsicherheit ist noch viel breiter gefächert. Es reicht von der Untersuchung nicht genehmigter genmanipulierter Pflanzen über den Nachweis des Hormondopings bei der Tiermast und die Untersuchung der Schadstoffbelastung bei Obst und Gemüse bis hin zur Entwicklung probiotischer Bakterien für die medizinische Verwendung.

Die Broschüre dient Multiplikatoren und Akteuren im Ernährungsbereich ebenso wie Politikern und interessierten Laien. Sie soll Einblick in die Forschungstätigkeit und praktische Tipps für den Alltag geben.

Die Broschüre "Forschungsprogramm Nahrungsmittelsicherheit" kann über die Landesstiftung Baden-Württemberg bestellt werden und steht zum Download im Internet bereit.

Iris Berghold M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.landesstiftung-bw.de
http://www.landesstiftung-bw.de/publikationen/schriftenreihen.php

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