Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ASCO 2006: Rezidivtherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms

17.07.2006
Wirksame und gut verträgliche Second-line-Therapie mit Topotecan

Aktuelle Studiendaten von der diesjährigen Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie (ASCO) unterstreichen die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit des Topoisomerase-I-Inhibitors Topotecan (Hycamtin®) als Second-line-Behandlung bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom nach Platinhaltiger Primärbehandlung. Die Topotecan-Monotherapie wurde als Standard für Patientinnen mit Ovarialkarzinomrezidiv bestätigt. Für platinsensitive Patientinnen weisen erste klinische Daten die Kombination Topotecan/Carboplatin als wirksame und gut verträgliche alternative Re-Induktion aus.

In einer 3-armigen randomisierten Phase III-Studie der NOGGO (Nord-Ost-Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie) mit 502 Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom, mehrheitlich im fortgeschrittenen Stadium III/IV, erwies sich die Topotecan-Monotherapie (1,25 mg/m², Tag 1-5, alle 3 Wochen) – unabhängig vom vorangegangenen rezidivfreien Intervall - als genauso wirksam wie die platinfreien Kombinationstherapien Topotecan/Etoposid bzw. Topotecan/Gemcitabin (Sehouli et al., ASCO 2006, Abstract #5030). Die ITT-Analyse zeigt zwischen den drei Therapiearmen keine klinisch relevanten Unterschiede bei der Ansprechrate, der progressionsfreien und der Gesamtüberlebenszeit. Gleichzeitig war die Monotherapie mit Topotecan besser verträglich. Die Phase III-Studiendaten bestätigen damit die Topotecan-Monotherapie als Standard für die Second-line-Behandlung rezidivierter Patientinnen, betonte Priv. Doz. Dr. med. Jalid Sehouli, Frauenklinik der Charité Berlin. Um den therapeutischen Index der Topotecan-Monotherapie weiter zu optimieren, vergleicht die NOGGO derzeit in einer randomi-sierten Studie die wöchentliche Gabe von Topotecan (4,0 mg/m², Tag 1,8,15, alle 28 Tage) mit der 3-wöchentlichen Gabe.

Topotecan: auch für platin-sensitive Patientinnen eine effektive Option

Ein interessantes Nebenergebnis der Phase III-Studie ist laut Sehouli die Beobachtung, dass Patientinnen mit einem rezidivfreien Intervall von 6-12 Monaten, die als Third-line-Therapie Carboplatin erhielten, einen deutlichen Überlebensvorteil hatten im Vergleich zu den Patientinnen, die mit einer platin-freien Therapie behandelt wurden. Laut Sehouli bietet die Second-line-Behandlung mit Topotecan platin-sensitiven Patientinnen die Möglichkeit, das platin-freie Intervall zu verlängern, um so die Ansprechrate auf eine platin-haltige Re-Induktion zu erhöhen und damit möglicherweise die Überlebenszeit zu verlängern.

Platin-sensitives Ovarialkarzinom: Topotecan/Carboplatin als Alternative zur Re-Induktion?

Eine Phase I/II-Studie, die ebenfalls auf der diesjährigen ASCO-Jahrestagung präsentiert wurde, unterstreicht die gute Verträglichkeit der Kombination Topotecan/Carboplatin als Therapieoption für Patientinnen mit rezidiviertem platin-sensitivem Ovarialkarzinom (Könsgen et al., ASCO 2006, Abstract #5089). 26 Patientinnen wurden in diese multizentrische Studie eingeschlossen und nach dem rezidivfreien Intervall 6-12 Monate bzw. >12 Monate stratifiziert. 14 der 26 Patientinnen erreichten unter Topotecan/Carboplatin eine objektive Remission, weitere vier eine Krankheitsstabilisierung. Nur zwei Patientinnen waren primär progredient. Im Median blieben die Patientinnen 9,5 Monate ohne erneute Progression und überlebten im Median 17,6 Monate. Zwischen beiden Strata zeigten sich keine klinisch relevanten Wirksamkeitsunterschiede.

Dosislimitierende Nebenwirkung war die Leukopenie. Die Autoren sehen in Topotecan/Carboplatin (Topotecan: 0,75 mg/m², Tag 1-3; Carboplatin: AUC5, Tag 3 jeweils alle 21 Tage) eine mögliche alternative Re-Induktion. Im Rahmen einer randomisierten Phase III-Studie der NOGGO soll dies bei Patientinnen mit platin-sensitivem Ovarialkarzinom weiter validiert werden und Topotecan/Carboplatin gegen eine Standard-Re-Induktion mit Paclitaxel/Carboplatin bzw. Gemcitabin/Carboplatin verglichen werden.

Unternehmensinformation

GlaxoSmithKline – eines der weltweit führenden forschungsorientierten Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen – engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Sonja Schmitt | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Weitere Informationen:
http://www.glaxosmithkline.de

Weitere Berichte zu: ASCO Ovarialkarzinom Re-Induktion Topotecan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie