Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regeneration nach 19 Jahren Koma

05.07.2006
Nervenverbindungen wuchsen langsam wieder an

Terry Wallis landete im Jahre 1984 mit seinem Auto in einem Fluss und wurde erst einen Tag später unter einer Brücke gefunden. Ein Mitreisender war tot, Wallis erlitt eine schwere Hirnschädigung. Nachdem er sich 19 Jahre lang in einem komaartigen Dämmerzustand ("minimal conscious state", MCS) befand, kam der Amerikaner 2003 auf wunderbare Weise wieder zu sich. Sein Erwachen stellte ein Unikum in der medizinischen Welt dar. Ein Forscherteam unter der Leitung von Henning Voss von Cornell University's Weill Medical College in New York, das Wallis' Gehirn zweimal minuziös analysierte, ist jetzt zu der Schlussfolgerung gelungen, dass die während des Unfalls beschädigten Nervenverbindungen langsam wieder angewachsen sind, wodurch er bestimmte Fähigkeiten wiedererlangt hat. Die Ergebnisse der Analyse wurden jetzt im Fachblatt "Journal of Clinical Investigation" veröffentlicht.

Die Wissenschaftler verglichen Ultraschallbilder von Wallis' Gehirn mit denen eines anderen MCS-Patienten, der sich seit sechs Jahren ohne Anzeichen einer Verbesserung im MCS befand, sowie mit denen 20 gesunder Menschen. Es stellte sich heraus, dass im Gehirn des Amerikaners neue neurologische Verbindungen entstanden und die Nervenzellen neu gewachsen sind. Dieser Prozess hat wahrscheinlich angefangen als Wallis noch im Koma lag und hat sich nach seinem Erwachen weiter fortgesetzt. Mittlerweile kann Wallis wieder sprechen und seine Arme und Beine bewegen. Da die Forscher nicht über Ultraschallbilder seines Gehirns von vor dem Unfall verfügen, ist es jedoch schwer einzuschätzen in welchem Maße sich das Gehirn bisher regeneriert hat und inwiefern eine weitere Heilung noch möglich ist.

"Obwohl diese neue Entdeckung keine Anhaltspunkte für die Unterstützung oder Beschleunigung des Erwachens aus einem komatösen Zustand liefert, erinnern die Ärzte daran, dass sich das Gehirn sogar 19 Jahre nach einer schweren Verletzung von selbst regenerieren kann", zitiert die Fachzeitschrift Nature http://www.nature.com in ihrer aktuellen Ausgabe den belgischen Neurologen Steven Laureys von der Universität Lüttich http://www.ulg.ac.be . Ärzte seien häufig geneigt davon auszugehen, dass sich das Gehirn ausschließlich in den ersten paar Tagen oder Monaten nach dem Unfall regenerieren kann. Dauerpatienten werden oft als aussichtslose Fälle betrachtet. "Dieser Fall zeigt uns jedoch, dass wir die alten Dogmen überdenken und dass wir Patienten mit minimalem Bewusstsein keine Therapien vorenthalten müssen", so Laureys abschließend.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.med.cornell.edu
http://www.jci.org

Weitere Berichte zu: Koma MCS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie