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Gastroskopie-Geschichte - Patienten auf Schwertschluckers Pfaden

19.12.2001


Patienten auf Schwertschluckers Pfaden Buchveröffentlichung: Die Geschichte der Gastroskopie Von starren Röhren zur Glasfiberoptik Von der Antike bis zur Zukunftsvision verfolgen Prof. Dr. Herbert A. Neumann und Dr. Andreas Hellwig die Geschichte der Gastroskopie. In ihrem neu erschienen Buch "Vom Schwertschlucker zur Glasfiberoptik" finden sich Biographien der Pioniere, viele zeitgenössische Abbildungen und anschauliche Beschreibungen der verschiedenen Instrumente und ihrer Handhabung.

Glühender Draht beleuchtete das Körperinnere Natürlich gehört die Magenspiegelung auch heute nicht zu den angenehmsten Untersuchungen. Wer jedoch das Buch gelesen hat, der wird sich glücklich schätzen, nicht einige Jahrhunderte früher gelebt zu haben: Damals war der heutige Routineeingriff nämlich noch wesentlich näher an der Schwertschluckerei. Fast einen Meter lange, starre Röhren ließen sich die Patienten bei vollem Bewusstsein an den oft hinderlichen Rückenwirbeln vorbei bis in den Magen zwängen. So manches Instrument hatte zur Beleuchtung an der Spitze einen glühenden Draht, der bei zu langer Verweildauer im Körper mehr schadete als nützte. Erst das elektrische Licht und ausgeklügelte Spiegelkonstruktionen ermöglichten später auch flexible Instrumente.

Intrigen verhinderten Durchbrüche guter Ideen Die Autoren verfolgen die Gastroskopie zurück bis in die Antike. Schon damals gab es erste Versuche, in Körperhöhlen hineinzublicken. Auch beleuchten sie die Begleitumstände der Weiterentwicklung von Methoden und Apparaten. Verblüffend ist etwa eine Intrige zwischen Medizinern verschiedener Kliniken im 19. Jahrhundert, die sich gegenseitig den Erfolg ihrer - teils wegweisenden - Ideen durch vernichtende Kritiken vereitelten. Anhand von zahlreichen Hintergrundinformationen, Biographien der Pioniere der Gastroskopie und zeitgenössischen Abbildungen kann der Leser die Entwicklung verfolgen. Daran, dass die Geschichte noch lange nicht abgeschlossen ist, lassen die Autoren keinen Zweifel: Für die Zukunft versprechen etwa Videochipkameras weitere Fortschritte. Titelaufnahme

Herbert A. Neumann; Andreas Hellwig: Vom Schwertschlucker zur Glasfiberoptik. Die Geschichte der Gastroskopie. Urban und Vogel, München 2001, ISBN 3-86094-150-X Weitere Informationen

Prof. Dr. Herbert A. Neumann, Klinik für Innere Medizin, St.-Elisabeth-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bleichstraße 15, 44787 Bochum, Tel. 0234/612-250, Fax: 0234/612-410, Email: herbert-a.neumann@t-online.de

Dr. Josef König | idw

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