Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geheilt durch Stammzellen im Herzen

30.06.2006
Patienten und Ärzte im Gespräch über neuartige Behandlungsmethode

Vor fünf Jahren wurde in Rostock die weltweit erste Injektion von Stammzellen in den Herzmuskel vorgenommen. Ziel war es, eine neue Behandlungsmethode für das durch Infarkt beschädigte Herz zu etablieren: Im Herzmuskel entwickeln sich die injizierten Stammzellen zu neuem Herzgewebe und steigern die Leistungsfähigkeit des Herzens. Regeneration trat an die Stelle eines Schrittmachers oder gar der Transplantation. Mittlerweile haben Studien belegt, dass die kardiale Stammzelltherapie erfolgreich ist. In Rostock wurden mit Erfolg 60 Patienten auf diese Weise behandelt. Am 7. Juli 2006 trifft sich ein Großteil dieser Patienten im Rahmen eines Patiententages am Uniklinikum Rostock. Eingeladen sind auch andere von Herzerkrankungen Betroffene und Interessierte.

"Die Erforschung und klinische Einführung der Stammzelltherapie sind heute Hauptthemen in der Medizin, wobei die kardiale Stammzelltherapie vielfach als Schrittmacher der Entwicklung einer neuen regenerativen Medizin angesehen wird", sagt Professor Dr. Gustav Steinhoff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Rostock. Professor Steinhoff war es, der im Juli 2001 erstmals Stammzellen in das Herz eines Patienten mit Infarkt injizierte. Die körpereigenen Stammzellen sollten sich zu Herzzellen entwickeln und das beim Herzinfarkt abgestorbene Gewebe ersetzen. Studien belegen mittlerweile, dass genau dies auch eintritt und tatsächliche eine nachhaltige Verbesserung der Herzfunktion nach Stammzellinjektion zu verzeichnen ist.

In Rostock wurden bislang 60 Patientinnen und Patienten auf diese Weise behandelt - einige kamen sogar aus dem Ausland nach Rostock. Ein Großteil der behandelten Patienten trifft sich am 7. Juli 2006 zum Patiententag. "Es geht darum, die Bilanz der vergangenen fünf Jahre zu ziehen und einen Ausblick auf die Zukunft zu geben", sagt Professor Steinhoff. "Und es geht darum, unseren Patienten Dank zu sagen, dass sie bereit waren, eine neuartige Behandlungsmethode mitzutragen und Anteil an ihrer Weiterentwicklung zu haben."

... mehr zu:
»Stammzelle »Stammzelltherapie

Während der Veranstaltung werden kurze Vorträge zu aktuellen Themen der kardialen Stammzelltherapie und der regenerativen Medizin gehalten. Referenten sind neben Professor Dr. Steinhoff der Herzchirurg Professor Dr. Andreas Liebold, der Kardiologe Professor Dr. Christoph A. Nienaber, der Onkologe und Hämatologe Professor Dr. Mathias Freund sowie PD Dr. Christof Stamm vom Deutschen Herzzentrum Berlin. Insbesondere widmet sich der Nachmittag aber dem Erfahrungsaustausch zwischen Ärzten und Patienten. Eingeladen sind neben den Betroffenen, die in Rostock mit der kardialen Stammzelltherapie behandelt wurden, auch Menschen, die sich über diese aktuelle Behandlungsmethode informieren wollen. Moderiert wird die Veranstaltung von der Rostocker Journalistin Renate Heusch-Lahl.

7. Juli 2006, 15.00 bis 18.30 Uhr Biomedizinisches Forschungszentrum, Schillingallee 68, 18057 Rostock: Patiententag der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie: Kardiale Stammzelltherapie.

Kontakt
Prof. Dr. Gustav Steinhoff
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie
Universitätsklinikum Rostock
Schillingallee 35
18057 Rostock
Tel. 0381/4946100
Fax. 0381/4946102
Mail. gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de
Professor Dr. Reiner Benecke
Stellvertretender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Rostock (AöR)
Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Nervenheilunde
Direktor der Klinik und Poliklinik für Nervenheilkunde
Gehlsheimer Straße 20
18147 Rostock
Tel. 0381/4949511

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzchirurgie-rostock.de/seiteforschung_veranst.html
http://www.uni-rostock.de

Weitere Berichte zu: Stammzelle Stammzelltherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics