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Fokus Hepatologie - neue Therapieansätze bei Lebererkrankungen

22.06.2006
Über zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Erkrankungen der Leber. Lebererkrankungen sind die dritthäufigste Todesursache bei Männern im mittleren Lebensalter, Lebertumoren weltweit der fünfthäufigste Tumor. Erkrankungen der Leber beginnen oft ohne Alarmzeichen mit uncharakteristischen Beschwerden wie Müdigkeit, Juckreiz oder Druckgefühl. Aufgrund der großen Reservekapazität der Leber werden Erkrankungen leider häufig erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Daher kommt der Prophylaxe und Früherkennung von Lebererkrankungen eine große Bedeutung zu.
Die Veranstaltung "Fokus Hepatologie" am 1. Juli in München wird sich ausschließlich wesentlichen Lebererkrankungen widmen, wie z.B. Fettleber und Fettleber-Hepatitis, Virus-Hepatitis, Leberzirrhose und hepatozellulärem Karzinom. Ziel des Symposiums ist es, den aktuellen Standard und die Zukunftsperspektiven bei Diagnose und Therapie darzustellen. Denn nahezu alle Schädigungen der Leber rufen eine Entzündung hervor, die dann in eine Bindegewebsvermehrung (Fibrose) münden kann. Dies ist der entscheidende Schritt, weil dann in der Folge Zirrhose, Komplikationen und hepatozelluläres Karzinom auftreten. Die Herausforderung besteht also darin, nicht-invasive und sichere Diagnose der Fibrose und eine anti-fibrotische Therapie zu entwickeln.

Erfreulicherweise haben die letzten Jahre auch wesentliche Fortschritte in der Diagnose und vor allem Therapie erbracht. Beispiel: Fortgeschrittene Lebererkrankungen gehen oft mit Niereninsuffizienz einher, dem so genannten Hepato-Renalen Syndrom. Bis vor wenigen Jahren starben 90% der Betroffenen innerhalb von acht Wochen. Durch ein neues Behandlungskonzept mit vasoaktiven Medikamenten und Volumengabe überlebt jetzt die Hälfte der Patienten mehr als drei Monate - damit wird Zeit gewonnen, bis ein Organ zur rettenden Lebertransplantation verfügbar wird. Derartige Behandlungserfolge erlauben eine bessere Kontrolle der Erkrankung, höhere Lebensqualität und längeres Überleben.

Die Hepatologie am Standort München genießt, insbesondere aufgrund der Expertise am Klinikum der Universität München, nationalen und internationalen Ruf. Erfahrene Hepatologen der Medizinischen Klinik II und Leberchirurgen und weitere international ausgewiesene Referenten werden ausführlich auf aktuelle Problemstellungen eingehen, wie zum Beispiel die Frage, wann und bei welchen Patienten eine Lebertransplantation lebensrettend sein kann und wie viele angesichts knapper Organe tatsächlich davon profitieren.

Hinweis an die Journalisten und Redaktionen:
Zu dieser Veranstaltung sind Vertreter der Presse/Medien herzlich eingeladen. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. Alexander Gerbes
Stv. Direktor der Medizinischen Klinik II des
Klinikums der Universität München - Großhadern
Marchioninistr. 15
81377 München
Tel : (089) 7095-2292
Fax: (089) 7095-2392
e-mail: gerbes @ med.uni-muenchen.de

Klinikum der Universität München

Im Klinikum der Universität München werden an den Standorten Großhadern und Innenstadt jährlich rund 85.000 Patienten stationär und 371.000 Patienten ambulant behandelt. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über etwa 2.400 Betten. Von insgesamt 9000 Beschäftigten sind rund 1800 Mediziner. Jährlich finden zahlreiche medizinische und wissenschaftliche Kongresse und Tagungen, sowie Kurse und Informationsveranstaltungen für Patienten statt. Das Klinikum der Universität München zählt zu den größten Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und hat im Jahr 2004 mehr als 52 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben.

Philipp Kressirer | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

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