Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Waffen im Kampf gegen Tuberkulose

13.06.2006
"Smart Probes" revolutionieren Diagnostik

Eine besonders schnelle und verlässliche Diagnosemethode für Tuberkulose haben Wissenschaftler der Universität Bielefeld und der Universität Heidelberg entwickelt. "Smart Probes" revolutionieren die Diagnostik, da sie in der Lage sind, mit hoher Sensitivität einzelne Stämme des Tuberkuloseerregers Mykobakterien zu unterscheiden. "Die Forschungsergebnisse bringen uns der Lösung des globalen Problems der Infektionskrankheiten einen entscheidenden Schritt näher", erklärt Markus Sauer, Professor an der Universität Bielefeld, im pressetext-Gespräch.


Knapp drei Mio. erkranken jährlich weltweit an Tuberkulose (Bild: biocentrum.dt.dk)

„Smart Probes“ sind kurze Abschnitte aus DNA, die an einem Ende mit einem Farbstoff markiert sind und unter der Einstrahlung von Licht fluoreszieren. Aus dem Auswurf eines Tuberkulosepatienten kann das Erbgut der Mykobakterien gewonnen werden. Wenn die "Smart Probes" darin eine bestimmte Struktur antreffen, binden sie daran und die Haarschleife öffnet sich. Erst durch diese Öffnung kann der Farbstoff ungehindert fluoreszieren, für die Wissenschaftler ist dies ein eindeutiges Signal, dass es sich um den vermuteten Erreger handelt.

Knapp drei Mio. Menschen sterben jährlich weltweit an Tuberkulose, das sind 8.000 jeden Tag. Zur Bekämpfung werden Antibiotika eingesetzt, dabei besteht jedoch das Problem, dass die Keime resistent gegen die Medikamente werden. Die Resistenz stammt vor allem aus den osteuropäischen Ländern. Dort wird bei Tuberkulose ein Antibiotikum als Kombitherapie verabreicht. In Ländern wie der Ukraine und Russland gibt es nicht die finanziellen Mittel wie in westlichen Ländern. Es ist aber bekannt, dass das Einnehmen von nur einem Antibiotikum eine Medikamentenresistenz erzeugt, daher sollten mehrere Antibiotika eingenommen werden. In Deutschland werden daher drei Antibiotika verabreicht, erläutert Sauer.

... mehr zu:
»Antibiotikum »Tuberkulose

Nur das frühzeitige Erkennen ermöglicht die Wahl des richtigen Wirkstoffes. Da sich resistente und nicht-resistente Bakterien in ihrem Erbgut unterscheiden, lassen sie sich ebenfalls mittels "Smart Probes" identifizieren. Außerdem helfen sie bei der Tumor-Früherkennung und Verlaufskontrolle von Krebserkrankungen. Die bisherige Tuberkulosediagnostik dauerte sechs bis sieben Wochen. Durch die neuen Forschungsergebnisse soll eine Diagnose innerhalb weniger Stunden möglich werden. Und damit verbunden auch das Einsetzen eines effektiven Antibiotikums. Um eine großflächige Anwendung zu ermöglichen, finden zurzeit Gespräche mit Konzernen statt, erklärt Sauer abschließend.

Ines Gerasch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Berichte zu: Antibiotikum Tuberkulose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Titandioxid-Nanopartikel können Darmentzündungen verstärken
19.07.2017 | Universität Zürich

nachricht Künftige Therapie gegen Frühgeburten?
19.07.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten