Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Steckbriefe seltener und importierter Infektionserreger

12.06.2006
Amöbenruhr, Fleckfieber, Histoplasmose, Malaria, SARS, West-Nil-Fieber oder Zwergfadenwurm-Erkrankungen - Reisen in subtropische und tropische Regionen können mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden sein. Neben häufigen reiseassoziierten Gesundheitsproblemen wie Durchfall gibt es eine große Zahl seltener Erkrankungen, die Medizinern in Deutschland nur wenig vertraut sind. Sie sind in den "Steckbriefen seltener und importierter Infektionserreger" zusammengefasst, die das Robert Koch-Institut in Kooperation mit dem Bernhard-Nocht-Institut jetzt in überarbeiteter Auflage veröffentlicht hat. Die Veröffentlichung richtet sich vorrangig an Mediziner, die von Patienten nach Tropenreisen aufgesucht werden. Die Steckbriefe informieren kurz, aber umfassend über Infektionskrankheiten, die selten nach Deutschland eingeschleppt werden, und geben Hinweise zur differenzialdiagnostischen Abgrenzung. "Das ist eine wichtige Unterstützung für die Ärzte, damit auch seltene Erkrankungen rasch erkannt und richtig behandelt werden", sagt Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Die insgesamt 84 Steckbriefe sind übersichtlich gegliedert nach Erreger, Verbreitung, Infektionsweg, Inkubationszeit, Symptomatik, Prophylaxe, Diagnostik, Differenzialdiagnose, Therapie und gesetzliche Regelungen. Die in der Regel ein bis zwei Seiten umfassenden Informationen zu den Krankheiten sind nach Erregertypen zusammengestellt - Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze - und zusätzlich über einen umfangreichen Index erschlossen, der auch Differenzialdiagnosen berücksichtigt. Die Autoren der Steckbriefe sind Wissenschaftler vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, vom Robert Koch-Institut und von der Universität Ulm.

Im Anhang werden die Ansprechpartner für den Notfall erläutert. So ist beim Auftreten von Infektionskrankheiten, die sofortige Schutzmaßnahmen vor Ort erforderlich machen, das lokale Gesundheitsamt als erster Ansprechpartner zu konsultieren. Auf Fragen zur Diagnostik sind die Nationalen Referenzzentren (NRZ) und Konsiliarlaboratorien spezialisiert (eine Liste ist im Anhang der Steckbriefe enthalten, Adressen sind wegen der besseren Aktualisierbarkeit auf der RKI-Internetseite abrufbar), das NRZ für tropische Infektionserreger ist das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg mit einem Notdienst rund um die Uhr, der über die Telefonzentrale zu erreichen ist. Auch im RKI steht für spezielle infektionsepidemiologische Fragestellungen, etwa die Einleitung von Erstmaßnahmen bei Seuchenalarm, eine Rufbereitschaft zur Verfügung.

Vor einer Auslandsreise sollte eine sorgfältige reisemedizinische Beratung erfolgen, bei spezialisierten Ärzten, Tropeninstituten, die ebenfalls im Anhang der Steckbriefe aufgeführt sind, oder manchen Gesundheitsämtern. Zu Infektionsrisiken im Ausland bietet das Auswärtige Amt Informationen an (http://www.auswaertiges-amt.de). Über aktuelle Infektionsrisiken informiert auch das Robert Koch-Institut im Internet oder im wöchentlichen Epidemiologischen Bulletin, eine individuelle Beratung Reisender ist beim Robert Koch-Institut aber nicht möglich.

... mehr zu:
»Infektionserreger »RKI

Die Veröffentlichung "Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten" kostet 4 Euro und kann, gegen Rechnung, schriftlich bestellt werden: RKI, ZV 3.3., Burgstraße 37, 38855 Wernigerode, Fax 03943-679207, E-Mail info@rki.de. Außerdem sind die Steckbriefe als Pdf-Datei auf den RKI-Internetseiten abrufbar.

Herausgeber
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
Pressestelle
Susanne Glasmacher
(Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Claudia Eitner
Heidi Wothe
Kontakt
Tel.: 03018.754-2239, -2562 und -2286
Fax: 03018.754 2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de
http://www.auswaertiges-amt.de

Weitere Berichte zu: Infektionserreger RKI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie