Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahl der Laboruntersuchungen geht drastisch zurück

12.12.2001


VDGH: Chancen der Labordiagnostik nutzen, nicht behindern

Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich weiterhin auf eine schlechtere Versorgung mit laborärztlichen Leistungen einrichten. Darauf hat heute (12.) der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) in Berlin hingewiesen. Wie der VDGH-Vorsitzende Dr. Volker Oeding sagte, sei die Zahl der Laborspezialuntersuchungen, mit denen beispielsweise Infektionskrankheiten oder erhöhte Blutfettwerte diagnostiziert werden, in den letzten beiden Jahren in Deutschland dramatisch zurückgegangen. Viele Krankheiten würden erst verspätet entdeckt.

Statt 105 000 Labor-Spezialuntersuchungen pro 100 000 gesetzlich Krankenversicherter im Jahr 1998 seien zwei Jahre später lediglich 62 300 solcher Untersuchungen durchgeführt worden. Dies entspricht einem Rückgang um knapp 41 Prozent. Ein Vergleich mit ähnlich entwickelten Ländern ergebe, dass die Bundesrepublik bei der Anzahl der laborärztlichen Untersuchungen zurückfalle und am Ende der Skala rangiere. Diese Entwicklung sei ausschließlich im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung, nicht aber bei Privatpatienten festzustellen.

In Frankreich sei die Zahl der Laborspezialuntersuchungen, die 1998 nahezu identisch mit der deutschen war, dagegen im Jahr 2000 leicht auf 108 000 Untersuchungen pro 100 000 Versicherte geklettert.

Dr. Oeding gab die Schuld an dieser Entwicklung der Neuordnung der Honorierung laborärztlicher Leistungen im Jahre 1999 sowie deren Budgetierung. Beides habe dazu geführt, dass verunsicherte Ärzte nur noch Untersuchungen veranlassten, die offensichtlich und unaufschiebbar notwendig seien.

Die Chancen, die die Labordiagnostik für bessere Prävention und für das Disease-Management biete, würden vertan, wenn das Ruder nicht bald herum geworfen werde. Der VDGH-Vorsitzende forderte daher, bei der Reform des Gesundheitswesens Stellenwert und Chancen der Labordiagnostik angemessen zu berücksichtigen und mögliche Einsparpotenziale nicht zu blockieren. Schließlich könne durch die gezielte Behandlung nach richtiger Diagnose eine Menge Geld gespart werden.

Der VDGH rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum des gesamten Labordiagnostica-Markts von 5,2 Prozent auf 3,05 Milliarden Mark. Die entscheidenden Wachstumsimpulse gingen dabei - so Verbandsgeschäftsführer Dierk Meyer-Lüerßen - ausschließlich von den so genannten Selbsttests aus, die sich der Patient kauft, beispielsweise Blutzucker-Teststreifen. Ohne Berücksichtigung dieser Selbsttests wachse der Markt gegenüber 2000 jedoch nur verhalten um voraussichtlich 0,7 Prozent auf 2,156 Milliarden Mark.

Meyer-Lüerßen wies darauf hin, dass die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für laborärztliche Leistungen auch im Jahr 2001 deutlich unter dem Wert von 1993 blieben. Von 1993 bis 2000 haben sich die GKV-Gesamtausgaben kontinuierlich um 23,3 Prozent erhöht, während die Laborausgaben für niedergelassene Ärzte und Kliniken mit Schwankungen um 5,2 Prozent fielen.

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von über 80 Unternehmen. Sie stellen zur Diagnose menschlicher Krankheiten entsprechende Untersuchungssysteme und Reagenzien her. Die Unternehmen erwirtschaften in Deutschland einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro.

Thomas Postina | ots

Weitere Berichte zu: Labordiagnostik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Revolutionär: Ein Algensaft deckt täglichen Vitamin-B12-Bedarf
23.04.2018 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

nachricht Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics