Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUBIN 2/2001: Eigener Knochen ersetzt das Implantat

04.12.2001


Bochumer Wissenschaftler haben erstmals biologisch abbaubare Implantate zum Knochenersatz entwickelt. Die mehrschichtigen Materialien sollen es dem Körper ermöglichen, auch große Schädelverletzungen mit eigenem Knochenmaterial wieder zu schließen. Die Schichten bauen sich von innen nach außen unterschiedlich schnell ab und unterstützen zugleich den Knochenaufbau. Während von innen bereits neue Zellen nachwachsen und die Verletzung zu heilen beginnt, schützt die langsamere Schicht von außen. Für die Experimente arbeiten fünf Fachgebiete der RUB zusammen.



Implantate: Lebenslange Fremdkörper

... mehr zu:
»Implantat »RUB »RUBIN


Irreparable Schäden an Zähnen, Herzklappen, Hüftknochen oder Kniegelenken haben heute viel von ihrem Schrecken verloren, denn diese Körperteile sind durch Implantate ersetzbar. So funktionstüchtig solcher Ersatz z. B. aus Kunststoff oder Metall jedoch auch ist - er bleibt trotz allem lebenslang ein Fremdkörper. "Bei Schädelplastiken aus Titan z. B. klagen Patienten häufig über die erhöhte Temperaturempfindlichkeit oder finden es belastend, dass der Ersatz lebenslang im Körper bleibt", erläutert der Chirurg Dr. Stephan Weihe. Solche Implantate wachsen auch bei Kindern nicht mit. Dort, wo der Körper selbst Verletzungen beheben kann, planen Wissenschaftler daher den Einsatz biologisch abbaubarer Biomaterialien.

Schichtweiser Abbau

Ein solches Implantat haben Chemiker, Mediziner und Maschinenbauer der RUB gemeinsam entwickelt und im Labor getestet. Es ist aus vielen verschiedenen Schichten aufgebaut, mit einem porösen, schnell abbaubaren Material an der Innen- und einem mechanisch belastbaren, langsam auflösenden Material an der Außenseite. Durch seinen Gehalt an Calciumphosphat, aus dem Knochen und Zähne hauptsächlich bestehen, hilft es dem Körper dabei, neuen Knochen aufzubauen. Um ein zu saures und damit zellfeindliches Milieu zu verhindern, enthält das Implantat auch basische Füllstoffe. Während sich an der Innenseite des Implantats neue Knochenzellen ansiedeln und es schichtweise auflösen, schützt die stabile Außenseite den Ort der Verletzung weiterhin; auch vor einwachsendem Bindegewebe, das den Knochenaufbau verhindern könnte. Laborexperimente zur Zellbesiedlung haben bereits vielversprechende Ergebnisse gezeigt.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in RUBIN 2/2001, wo Sie auch folgende Themen finden: Magnetes Geheimnis; Partnerwahl mit (r)evolutionärem Trick; "Kurz eingenickt" - die Folgen für Mensch und Gesellschaft; "Eigenlob stinkt, Herr Schröder"; Kunstsprache optimiert: Weil der Zweck die Sprache formt; In der Rubrik "Forschung für den Transfer": Keep it simple: Kosmak und iLiros, in der Rubrik "Studieren und forschen": Gold und Silber scheibchenweise. RUBIN ist in der Pressestelle der RUB für 5 DM erhältlich.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Matthias Epple, Fakultät für Chemie der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24151, Fax: 0234/32-14558, Email: matthias.epple@ruhr-uni-bochum.de
Dr. Stephan Weihe, Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Ruhr-Universität im Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-3500, Fax: 0234/299-3509, Email: stephan.weihe@ruhr-uni-bochum.de


Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin

Weitere Berichte zu: Implantat RUB RUBIN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz: Nierenschädigungen therapieren, bevor Symptome auftreten
20.09.2017 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Neuer Ansatz zur Therapie der diabetischen Nephropathie
19.09.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie