Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einmalige Voraussetzungen für Multiple Sklerose Forschung

28.11.2001


Zusammenführung von Forschung und medizinischer Behandlung

Die größte deutsche MS Klinik - die Marianne-Strauß-Klinik am Starnberger See - und das einzige speziell mit MS Forschung befasste Universitätsinstitut - das Institut für Klinische Neuroimmunologie am Klinikum der Universität München - führen in dem neu gegründeten Verein THERAPIEFORSCHUNG FÜR MULTIPLE SKLEROSE KRANKE die Laborforschung und die medizinische Behandlung zusammen. Ziel der Kooperation beider etablierten Einrichtungen ist es, in einem gemeinsamen Forschungslabor die Wirkung von bereits zugelassenen, aber auch neuen Medikamenten zu testen, um zu raschen und vor allem effektiveren Behandlungsergebnissen zu kommen. So werden unter anderem Kriterien entwickelt, mit denen sich voraussagen läßt, welche Patienten auf welche Medikamente am besten ansprechen. Dadurch lassen sich für den Patienten wertvolle Zeit, für das Gesundheitssystem erhebliche Kosten einsparen.

DAS KRANKHEITSBILD

Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit herdförmigem Verlust der Nervenfaserumhüllungen (Markscheiden) einhergeht. In Deutschland sind ca. 130.000 Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Die Ursache ist bisher noch nicht sicher geklärt, vermutlich tragen mehrere Faktoren zur Krankheitsentstehung bei. Es werden autoimmunologische Vorgänge angenommen, auch eine Infektion mit einem bisher nicht identifizierten Virus vor dem 15. Lebensjahr wird diskutiert. Zwillingsstudien sprechen für eine genetische Veranlagung. Die Krankheitserscheinungen werden durch eine Entzündung der weißen Substanz des ZNS hervorgerufen, die die Markscheiden, eine isolierende Umhüllung der Nervenstränge, zerstört. Dadurch wird die Erregungsleitung der Nervenfasern verlangsamt oder unterbrochen und es kommt zu neurologischen Ausfällen. Multiple Sklerose kann jeden Teil des Zentralen Nervensystems befallen, dementsprechend vielgestaltig ist die Krankheit.

BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN

Die Multiple Sklerose kann bisher nicht geheilt werden, jedoch ist es heute möglich, die Stärke und Häufigkeit der auftretenden Schübe zu mindern. Im akuten Schub werden Kortikoide eingesetzt, bei schweren Verläufen werden zwischen den Schüben starke Immunsuppressiva gegeben. Diese Medikamente (Azathioprin, Methotrexat, Cyclophosphamid und in neuerer Zeit Mitoxantron) vermindern die Antikörperproduktion und die Zahl der Zellteilungen, vor allem der Zellen des Abwehrsystems. Die Wirksamkeit neuerer, in den vergangenen Jahren erprobter Medikamente wie Interferon beta-1b oder Copolymer 1 ist bisher speziell bei schubförmiger Multipler Sklerose nachgewiesen. Begleitend werden physikalische medizinische Maßnahmen und Medikamente zur Besserung der Symptome eingesetzt, so zum Beispiel Spasmolytika zur Herabsetzung der Muskelspannung oder Parasympathikolytika, die die Blasenfunktion verbessern.

Optimierung durch den Verein THERAPIEFORSCHUNG FÜR MULTIPLE SKLEROSE KRANKE

Es gilt, nach dem enormen Wissenszuwachs der letzten Jahre die Effektivität der verschiedenen Therapien zu optimieren und neue Substanzen auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Dies ist gerade bei der MS besonders schwierig und aufwändig, da bisher weder eine individuelle Krankheitsprognose gestellt, noch die Krankheitsaktivität anhand objektiver Parameter
gemessen werden können.

Als Ansprechpartner stehen zur Verfügung:
Dr. Nicolaus König, Marianne-Strauß-Klinik, Behandlungszentrum für Multiple Sklerose, Berg am Stranberger See - Telefon: 08151-261-920
Professor Dr. Reinhard Hohlfeld, Institut für Klinische Neuroimmunolgie am Klinikum der Universität München - Telefon 089-7095-4780

S. Nicole Bongard | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-muenchen.de/inim/home/home2.htm

Weitere Berichte zu: Multiple Sklerose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Kieler Förde – ein Trainingsbecken für Miesmuscheln

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskop im Kugelschreiberformat: Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose

28.04.2017 | Medizintechnik

Leipziger Forscher kreieren borhaltiges künstliches Vitamin

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie