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Forschung an ES-Zellen

26.11.2001


Die in Deutschland bislang tabuisierte Forschung an embryonalen Stammzellen war ein wissenschaftlicher Schwerpunkt auf einer Fachtagung von Fortpflanzungsmedizinern, Gynäkologen und Hormonspezialisten in Magdeburg . Als Gesprächspartner von Wissenschaftlern und Journalisten besonders gefragt war Professor Dr. Joseph Itskovitz-Eldor vom Technion in Haifa (Israel), der in seinem Labor an humanen embryonalen Stammzell-Linen arbeitet.

Diese ES-Zellen besitzen noch ihr volles Differenzierungs-Potential, d.h. sie können zu allen spezialisierten Zellarten des menschlichen Körpers werden. Für die Gewinnung der ES-Zellen nutzen die israelischen Wissenschaftler ausschließlich kryokonservierte Embryonen, die für eine künstliche Befruchtung nicht mehr benötigt werden und nach einiger Zeit von ihren Eltern für eine Vernichtung bzw. für Forschungen freigegeben wurden. Professor Itskovitz-Eldor sieht die Potentiale menschlicher ES-Zellen vor allem in der Aufklärung der Wege, wie Zellen sich entwickeln. Diese Forschung könnte in einigen Jahren Grundlage für die gezielte Züchtung von Organen werden. Dem israelischen Forscher aus Haifa war es unlängst gelungen, humane ES-Zellen dazu zu bringen, Insulin zu produzieren. Auch gelang ihm bereits die Züchtung funktionstüchtiger Herzmuskelzellen, die künftig einmal den Ersatz für abgestorbenes Gewebe nach einem Herzinfarkt darstellen könnten. An ES-Transplantaten für Alzheimer- und Schlaganfallpatienten wird ebenfalls geforscht, so der Wissenschaftler. Die Stammzellen würden außerdem Tests künftiger Medikamente ermöglichen, so dass auch die Zahl der Tierversuche weiter verringert werden könnte.

Der Schweizer Stammzellforscher Professor Dr. Kurt Bürki von der Universität Zürich sieht in der Erforschung noch nicht differenzierter Zellen zudem die Möglichkeit, grundlegendes Wissen über die Veränderungen normaler Zellen hin zu Tumoren zu sammeln. Er warnte allerdings vor übertriebenen Erwartungen, denn noch ist der Weg von der Stammzellforschung zur klinischen Routine sehr weit.

In einem künftigen Fortpflanzungsmedizingesetz in Deutschland sollte der Forschungsstand mit berücksichtigt werden, wünschte sich der Reproduktionsmediziner Professor Dr. Henning Beier von der RWTH Aachen. Welche Punkte in Gesetz einfließen sollten wird gegenwärtig in den Fachgesellschaften diskutiert. Eine Grundlage für die Ausarbeitung einer Vorlage für den Gesetzgeber stellte der Freiburger Fortpflanzungsmediziner Professor Dr. Franz Geisthövel auf der Magdeburger Tagung vor. In dem Positionspapier sprechen sich die Mediziner für die Schaffung einer zentralen Prüfstelle für ethisch umstritten Fragestellungen der Reproduktionsmedizin aus. Sie könnte u.a. auch Kommissionen im Bundestag beraten. Es geht zum Beispiel um die Definition der Partnerschaften und ob Samen- und Eizellspende künftig gleichgestellt werden sollten. Zu klärende Fragen betreffen u.a. die Kultivierung von Blastozysten und die Präimplantationsdiagnostik (PID). Geisthövel spracht sich für eine Begrenzung der PID auf wenige Zentren und schwere Erkrankungen aus. Leihmutterschaften und das Klonen, d.h. die Herstellung von Menschen mit gleichem Erbgut, sollten in Deutschland verboten bleiben.

Kornelia Suske | idw

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