Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Ära der Patientensicherheit

26.11.2001


ICD-Innovation von Medtronic erstmalig in Deutschland implantiert

Klinische Testphase des neuen Medtronic Marquis(R) VR Modell 7230 beginnt

Die weltweite klinische Erprobung des neuen implantierbaren Cardioverter-Defibrillators (ICD) Marquis(R) VR der Firma Medtronic hat heute in Deutschland begonnen. Das erste Gerät der neuen ICD-Generation des Unternehmens wurde im Klinikum Kassel durch den Kardiologen Privatdozent Dr. med. J. Neuzner und den Herzchirurgen Dr. med. P. Kellner in der Abteilung Herz-/Thoraxchirurgie unter der Leitung von Dr. med. H. Sons erfolgreich implantiert. Der 65 jährige, männliche Patient litt zuvor unter Ohnmachtsanfällen (Synkopen), nicht-anhaltenden ventrikulären Tachykardien und einer dilatativen Kardiomyopathie. Die linksventrikuläre Auswurffraktion lag bei 20%.

Der Marquis(R) VR verbindet zahlreiche neue Funktionen mit optimierten bereits bewährten Gerätemerkmalen und bietet so neben erweiterten Therapieoptionen für den behandelnden Arzt noch mehr Sicherheit für Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

ICD’s überwachen kontinuierlich den Herzrhythmus und leiten automatisch die notwendige Therapie ein, um eine Rhythmusstörung zu terminieren und das Herz wieder normal schlagen zu lassen.

"Mit dem Marquis(R) VR setzen wir neue Maßstäbe in der ICD-Therapie durch erhöhte Sicherheit und ein Mehr an Bedienerfreundlichkeit", so Manfred Justen, Produktmanager der Medtronic Deutschland GmbH. "Grundlage dafür sind die neuen Gerätefunktionen Wavelet(TM), RapidRead(TM) Telemetrie, Cardiac Compass(TM) und ein integriertes EKG.

Das dynamische Wavelet(TM)-Kriterium benutzt die gesamte Morphologie eines Kammersignals zur EKG Analyse. So kann es noch genauer unterscheiden, ob die Herzfrequenz aufgrund körperlicher Belastung erhöht ist oder ob eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung vorliegt. Hierzu speichert das Gerät das Kammersignal bei normalem Herzrhythmus (Sinusrhythmus) und vergleicht ihn mit dem aktuell vorliegenden Herzrhythmus bei hoher Herzfrequenz und leitet falls erforderlich die richtige Therapie ein. Der ICD überprüft kontinuierlich das gespeicherte Signal und passt sich automatisch z. B. an medikamentös bedingte Kammerkomplexveränderungen des Patienten an.

Die RapidRead(TM) Telemetrie reduziert den Zeitaufwand einer Abfrage in der Nachsorge im Vergleich zu Vorgängermodellen bis auf das 20fache. So werden aus 10 Minuten nur noch 35 Sekunden.

Mit einer neuen internen Elektrogramm-Aufzeichnung (Leadless(TM) EKG Funktion) wird in vielen Fällen die Durchführung von Tests und die Aufzeichnung eines EKGs ohne Anlage zusätzlicher Elektroden ermöglicht. Dies verringert die Nachbehandlungszeit und ist komfortabler für den Patienten, der sich nicht mehr entkleiden muss.

Der Cardiac Compass(TM) bietet 14-monatige Verlaufsdaten von Vorhof- und Kammerarrhythmien und damit verbundenem Herzversagen. So kann sowohl der Krankheitsverlauf als auch die Wirksamkeit einer medikamentösen Therapie durch den behandelnden Arzt besser verfolgt werden.

Neben einem reduzierten Volumen von nur 36 cm3 verfügt der Marquis(TM) VR über ein völlig neues Batteriekonzept, das bei einer Ausgangsenergie von 30 Joule sehr kurze und konstante Ladezeiten sowie eine längere Laufzeit des Gerätes ermöglicht. Das Patienteninformationssystem Patient Alert(TM), das kontinuierlich die Systemintegrität überwacht und den Patienten über eine notwendige Kontaktaufnahme mit dem Arzt informiert, wurde um neue Sicherheitsalarme erweitert.

"Mit dem neuen Marquis(R) VR sind wir in der Lage, Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen noch sicherer und zuverlässiger zu behandeln. Diese neue ICD-Generation wird die Therapie von Rhythmusstörungen entscheidend verbessern", PD Dr. med. Neuzner, Chefarzt der Abteilung Kardiologie im Klinikum Kassel.

Weltweit erhalten derzeit schätzungsweise weniger als 15 Prozent der gefährdeten Patienten einen lebensrettenden, implantierbaren Defibrillator. Über 100.000 Menschen sterben jedes Jahr allein in Deutschland am plötzlichen Herztod, der damit als häufigste Todesursache außerhalb von Kliniken gilt.

Medtronic Inc., mit Hauptsitz in Minneapolis, USA, ist das weltweit führende Unternehmen für Medizintechnologie, das Menschen mit chronischen Krankheiten lebenslange Therapielösungen bietet.

Manfred Justen | ots
Weitere Informationen:
http://www.medtronic.de.

Weitere Berichte zu: EKG Herzfrequenz Herzrhythmusstörung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen
11.12.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik