Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schmerzmittel in der Schwangerschaft

22.11.2001


Wenn Schwangere so genannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen, gefährdet dies das Ungeborene nicht. Fehlbildungen oder ein reduziertes Geburtsgewicht sind nicht häufiger als bei Frauen, die solche Medikamente nicht benötigen. Allerdings ist die Zahl von Fehlgeburten bei den Frauen, die NSARs einnehmen, etwas erhöht. Dies belegt eine große Untersuchung in Dänemark, über die Experten in der Fachzeitschrift InFo Neurologie & Psychiatrie berichten.

Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika gehören zu den am häufigsten eingenommenen Medikamenten. Ob diese Wirkstoffe das Kind im Mutterleib schädigen können, war bislang unklar: Untersuchungen kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Dänische Forscher haben nun in Nordjütland bei allen Frauen, die zwischen 1991 und 1998 ein Kind geboren hatten, überprüft, ob es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von NSARs während der Schwangerschaft und einer erhöhten Rate von Fehlbildungen, Früh- und Fehlgeburten sowie einem reduzierten Geburtsgewicht geben könnte. Insgesamt 1462 Frauen hatten während der Schwangerschaft solche Medikamente genommen, die meisten in der Frühschwangerschaft. Als Vergleichsgruppe dienten mehr als 17000 Frauen, die nicht mit Schmerzmitteln behandelt worden waren.

Die Forscher konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede bei der Fehlbildungsquote zwischen beiden Gruppen entdecken. Gleiches galt auch für ein niedriges Geburtsgewicht und Frühgeburten. Allerdings war die Anzahl der Fehlgeburten nach Einname von NSARs etwas erhöht.

"Die große Studie belegt, dass die Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika nicht mit einem erhöhten Risiko von Fehlbildungen assoziiert ist", kommentieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Allerdings gilt eine Einschränkung: Die dänischen Wissenschaftler konnten nicht überprüfen, ob die Schwangeren die Medikamente regelmäßig oder nur bei Bedarf eingenommen hatten.

Quelle:
InFo Neurologie&Psychiatrie, Heft 5, Bd. 3 S. 378

Nielsen GL et al.: Risk of adverse birth outcome and miscarriage in pregnant users of non-steroidal anti-inflammatory drugs: population based observational study and case-control study. BMJ 2001;322:266-70

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.
Pressestelle:
Barbara Ritzert, ProScientia GmbH, Andechser Weg 17; 82343 Pöcking
Tel.: (08157) 93 97-0, Fax: (08157) 93 97-97 E-Mail: ritzert@proscientia.de

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw

Weitere Berichte zu: Antirheumatika Fehlbildung Fehlgeburt NSAR Neurologie Schwangerschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mikrobiologen entwickeln Methode zur beschleunigten Bestimmung von Antibiotikaresistenzen
13.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Überschreiben oder Speichern? Die Gewissensfrage zur Vergesslichkeit
13.02.2018 | PhytoDoc Ltd.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics