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CT versus Herzkatheter: Eine neue Ära der Herzdiagnostik

24.05.2006


Schon lange diskutieren Fachärzte den Goldstandard in der Diagnose des Herzens. Die Alternative zum invasiven Herzkatheter ist heute die Computertomographie (CT). Die neue Generation der CT-Scanner könnte Herzkatheter-Untersuchungen zu rein diagnostischen Zwecken bald überflüssig machen. Denn erstmalig werden mit dem Dual-Source-CT (DSCT) auch schnell und unregelmäßig schlagende Herzen präzise dargestellt. Sogar gefährliche "Soft"-Plaques sind damit genauer erkennbar als bisher. Aktuelle Entwicklungen der Herzdiagnostik diskutieren Radiologen derzeit auf dem 87. Deutschen Röntgenkongress in Berlin.



Im April 2006 wurde in München die jüngste radiologische Innovation in Betrieb genommen: der Dual-Source-CT. Das Gerät arbeitet mit zwei parallel rotierenden Röntgenstrahlern, kommt aber mit der Hälfte der üblichen Strahlung aus. Darüber hinaus arbeitet es mit einer extrem hohen Geschwindigkeit, sodass nun auch Patienten mit unregelmäßiger oder hoher Herzfrequenz eine sichere Diagnose erhalten. Kritiker sahen in der Ungenauigkeit der CT bei schnell schlagenden Herzen eine Hauptschwäche des Verfahrens. Bisher mussten Patienten häufig Betablocker einnehmen, um ihre Herzfrequenz herabzusenken. Dies entfällt mit dem neuen Zwei-Röhren-CT. Boten die hochwertigen CT-Vorgängermodelle bei "Soft"-Plaques auch schon eine sichere Diagnose, werden die Vorboten der koronaren Herzkrankheit mit dem Dual-Source-CT jetzt noch präziser erkannt als bisher.



"CT-Geräte auf dem aktuellen Stand der Technik sind für die Diagnose von Herzerkrankungen eine Alternative zum Herzkatheter", so Dr. Christoph Becker vom Klinikum der Universität München. "Die CT ist nicht nur deutlich angenehmer für den Patienten. Sie ist auch wesentlich kostengünstiger." Denn ein weiterer Vorteil der CT ist, dass sie schnell und ambulant durchgeführt werden kann. Die Untersuchung dauert nicht länger als zehn Minuten.

Überflüssig wird der Herzkatheter dennoch nicht: Bei der Behandlung von Engstellen in Herzkranzgefäßen ist er nicht zu ersetzen. Allerdings wird rund die Hälfte aller Untersuchungen mit dem Katheter ausschließlich zu diagnostischen Zwecken durchgeführt. Hier ist die CT sicherlich die schonendere Methode. Auch wenn die Herzkatheterbehandlung heute relativ sicher ist, so bedeutet der Eingriff für den Patienten eine erhebliche körperliche und psychische Belastung. Jährlich führen Ärzte ca. 600.000 Herzkatheter-Untersuchungen durch.

Pressekontakt:
Katrin Thormeier & Silke Stark
ipse Communication
Tel.: 030 288846-14 bzw. -11
Fax: 030 288846-46
Mail: k.thormeier@ipse.de bzw. s.stark@ipse.de

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipse.de/RoeKo2006/index.php
http://www.roentgenkongress.de

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